Experten  untersuchen defekte Orgel
Bild: Studio Kaup
Die Orgel in der Freckenhorster Stiftskirche ist defekt. Experten nehmen das Instrument genau unter die Lupe.
Bild: Studio Kaup

„Die Orgel funktioniert noch. Sie wird auch nicht in sich zusammenstürzen“, beruhigt Pfarrdechant Manfred Krampe auf Nachfrage der „Glocke“. Doch es habe sich herausgestellt, dass im Inneren des Instruments einiges nicht mehr so ist, wie es sein sollte. „Scheinbar hat sich Schimmel unter anderem in den Pfeifen gebildet“, erklärt Krampe.

„Befinden uns in einem Findungsprozess“

Aufgefallen sei der Schaden dem ehemaligen Stiftskantor Ulrich Grimpe. Er ist Referent und Orgelsachverständiger beim Bischöflichen Generalvikariat Münster und hat zwei Orgelbauer nach Freckenhorst geschickt, um das Instrument untersuchen zu lassen. Genaue Daten lägen auch ihm noch nicht vor. „Wir befinden uns derzeit in einem Findungsprozess“, erklärt er im Gespräch mit der „Glocke“. Deshalb müssten erst die Ergebnisse der Untersuchungen und die anschließenden Beratungen in den entsprechenden Kirchengremien abgewartet werden, bevor er weitere Informationen geben könne.

Instrumente leiden unter Baumaßnahmen

Fakt ist jedoch, dass neben baulichen auch technische Einflüsse Kircheninstrumente stark in Mitleidenschaft ziehen. Auch die im Jahr 1964 aufgestellte Orgel in der Stiftskirche habe unter den drei großen Baumaßnahmen der vergangenen Jahre (Heizungs- und Sockelsanierung sowie der Altarumbau) stark gelitten, weil sich während der verschiedenen Bauabschnitte Staub entwickelt hat, den die Orgel beim Bespielen eingezogen habe. „Es wurde dabei alles getan, um das Instrument mit einer Schutzwand und einer Staubschutzummantelung zu schützen“, betont Grimpe. Dennoch bliebe bei solchen Maßnahmen eine gewisse Schädigung nicht aus. Dazu komme noch die in vielen Kirchen herrschende Feuchtigkeit und die trockene Heizungsluft im Winter, beides Faktoren, die die empfindlichen Instrumente schädigen.

Renovierung im Schnitt alle 15 Jahre

 „Im Durchschnitt sollten Orgeln alle 15 Jahre renoviert werden“, so Grimpe. Weil die letzte Renovierung des Instruments im Jahr 1994 stattfand, handele es sich hierbei nicht um einen außergewöhnlichen Vorgang. Ob Teile des Instruments noch zu verwenden sei, oder ein ganz neues angeschafft werden muss, bleibe laut Krampe abzuwarten. Das würden die Untersuchungen zeigen.

SOCIAL BOOKMARKS