Fahrradfahren in der Fußgängerzone?
Bild: Edelkötter
Mit Schwung hinein in die Fußgängerzone: Auf der Freckenhorster Straße ist Fahrradfahren erlaubt, obwohl es sich um eine Geschäftsstraße mit hoher Publikumsfrequenz handelt. Die Funktion ist mit der der Münsterstraße vergleichbar.
Bild: Edelkötter

Doch während Fahrradfahrer oft im Pulk fahrend und mit hoher Geschwindigkeit die Innenstadt in der Nord-Süd-Richtung ungehindert passieren dürfen, wird auf der Ost-West-Verbindung ermahnt und abkassiert. Veränderungen dieser Regelung sind in zwei Richtungen denkbar:

Fahrradfahren wird in den Fußgängerzonen grundsätzlich freigegeben: Für eine solche Maßnahme liefert Dülmen aktuell ein Vorbild. Dort hat der Rat der Stadt das Radfahrverbot dauerhaft aufgehoben. Dem Beschluss ist ein einjähriger Pilotversuch vorausgegangen. In dieser Testphase hat es in der Dülmener Fußgängerzone nicht einen Unfall mit Radfahrerbeteiligung gegeben. Auch von Bürgern und Geschäftsleuten gab es keine Beschwerden.

Das Radfahrverbot in der Innenstadt wird ausgeweitet: Am frühen Morgen und vor allem in der Mittagszeit sowie in den Nachmittagsstunden rauschen Kolonnen von radelnden Schülern durch die City. Und das in beide Richtungen der Freckenhorster Straße. Die einen wohnen im Warendorfer Norden und besuchen eine der weiterführenden Schulen im Schulviertel; die anderen haben ihr Zuhause südlich der B64 und steuern die Gesamtschule an der Kapellenstraße an. Da die Route durch die City die mit Abstand sicherste ist und auch als offizieller Schulweg gilt, lassen sich die radelnden und bisweilen auch rasenden Schüler kaum bremsen. Lediglich in Richtung Norden kommt als Alternative der kurze Umweg über die Königstraße infrage. Dennoch würden viele Passanten und Anwohner die Pennäler gerne (aus)gebremst sehen. Vier Cafés mit Außengastronomie sind Anlieger der Freckenhorster Straße, die zudem mit Spielgeräten für Kinder bestückt ist. Entsprechend stark ist dieser Altstadtbereich belebt.

Wie häufig ereignen sich Unfälle mit Radfahrern auf der Freckenhorster Straße? „Die Glocke“ hat bei der Polizei nachgefragt und erfahren: Für diesen Abschnitt sind keine Zwischenfälle registriert worden. Allerdings darf vermutet werden, dass Kollisionen von Radfahrern und Fußgängern nicht immer der Polizei gemeldet werden. Vor allem dann nicht, wenn niemand ernsthaft zu Schaden gekommen ist. Peter Spahn, stellvertretender Pressesprecher der Polizei, betont, dass die Ordnungshüter in unregelmäßigen Abständen die Straße in den Blicken nähmen. „Radler, die zu schnell fahren, werden ermahnt.“ Jörg Rehfeld, Teamleiter Straße der Stadtverwaltung, hält das Radfahrverbot auf der Münsterstraße für sinnvoll. „Die Straße ist sehr schmal und mit der Situation in Dülmen eventuell nicht vergleichbar.“

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