Fahrradwerkstatt macht Flüchtlinge mobil

„Wochentags fährt der letzte Bus Hoetmar um kurz vor 19 Uhr an. An Wochenenden und Feiertagen kann man das Dorf nur nach telefonischer Vorbestellung mit dem Sammeltaxi erreichen“, macht das Mitglied des Arbeitskreises Integration die Probleme mit dem öffentlichen Personennahverkehr deutlich. Deshalb habe der Arbeitskreis schon früh damit angefangen, die in Hoetmar lebenden Flüchtlinge mit Fahrrädern auszurüsten, um sie mobiler zu machen.

Der nächste Schritt sei dann die Einrichtung einer Fahrradwerkstatt gewesen, damit die Flüchtlinge ihre Räder auch selbst reparieren können. Dafür hatte die Dorfwerkstatt einen der alten Ställe hinter dem Leutehaus zur Verfügung gestellt und auch eine finanzielle Förderung beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft beantragt. „Das Projekt ‚500 Landinitiativen’ des Ministeriums kann ich nur loben“, stellte Josef Brand von der Dorfwerkstatt fest. „Es hat keine acht Wochen gedauert, da waren die 3000 Euro Fördergeld bewilligt.“

Und damit machte sich eine Gruppe von mehreren Flüchtlingen daran, den alten Stall mit viel Engagement und Arbeitseifer in eine Fahrradwerkstatt zu verwandeln. „Das ist wirklich toll geworden“, lobte Rosenbach, als er den Raum Verdi-Geschäftsführerin Jutta Schultz aus Münster und Ingeborg Pelster vom Verdi-Ortsverein Warendorf vorstellte. Auf seine Anfrage hin hatte die Gewerkschaft nämlich 600 Euro für die Anschaffung von Werkzeugen zur Verfügung gestellt. „

Ein solches Projekt, das Menschen, die sich hier eine neue Existenz aufbauen wollen, den Weg ebnet, unterstützen wir gern“, betonte Jutta Schultz. So wie die Gewerkschaft auch die Integration der Flüchtlinge in die Arbeitswelt aufmerksam begleite. „Wir schauen da bei Löhnen und Arbeitsbedingungen genau hin“, erklärte Schultz.

Im September soll die Fahrradwerkstatt, in der Eltaf Sultani aus Syrien und Mahdi Zaka aus Afghanistan mit Hilfe von Schlosser Harald Vettinger die Reparaturen durchführen, in Betrieb gehen. Dann wird das gesamte Projekt auch der Öffentlichkeit vorgestellt.

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