Familienministerin im Zwergenland
Bild: Kleigrewe
Beim Besuch im Zwergenland: (hinten v. l.) Stadtjugendpfleger Klaus Brake, Gisela Peveling (Kita St. Georg), Laura Möllmann (Kita St. Johannes), Ministerin Ute Schäfer), Sandra Brinkmann (Kreiselternrat), Sylvia Schwanitz (Kita Zwergenland) und Udo Gohl (Stadt Warendorf).
Bild: Kleigrewe

Das Mittagessen war gerade vorbei, als es klingelte und NRW-Familienministerin Ute Schäfer vor der Kita-Tür stand. „Schön, dass ich hier sein kann“, sagte sie lächelnd und ließ sich gleich von Einrichtungsleiterin Sylvia Schwanitz durch die Räume führen.

Das Zwergenland in Einen war die zehnte von insgesamt elf Kindertageseinrichtungen, die die Ministerin auf ihrer vierwöchigen Kita-Tour durch ganz Nordrhein-Westfalen besuchte. Von der Landeshauptstadt Düsseldorf bis nach Olpe im Sauerland und vom großen Köln bis ins kleine Einen hatte die Tour kreuz und quer durch ganz Nordrhein-Westfalen geführt. „Ich wollte mir einen umfassenden Eindruck von den frühkindlichen Bildungs- und Betreuungsbedingungen der Kindertageseinrichtungen verschaffen. Deshalb standen auf meinem Programm sowohl städtische als auch ländliche Kitas unterschiedlicher Träger, unterschiedlicher Größe und in unterschiedlichen Sozialräumen“, erläuterte Schäfer.

Besonders beeindruckt zeigte sich die SPD-Politikerin in Einen von der engen Verbindung zwischen der Kita und der Grundschule. „Im ländlichen Raum ist es wichtig, eine solche Infrastruktur aufzubauen“, betonte sie und stimmte damit Stadtjugendpfleger Klaus Brake zu, der die Idee hinter der Kooperation erklärt hatte. „Wenn wir die Menschen in den kleinen Orten halten wollen, dann müssen wir mit solchen Betreuungsangeboten punkten“, stellte er fest.

Bevor die Ministerin sich zu einem Fachgespräch mit den Leiterinnen der im Familienzentrum MiO zusammengeschlossenen Kitas sowie Sandra Brinkmann vom Kreiselternrat zurückzog, überreichte sie den Kindern noch ein Gastgeschenk. Mit vereinten Kräften und gleich mehreren Scheren machten sich die Mädchen und Jungen sowie Ute Schäfer sofort daran, das gut verschnürte Päckchen zu öffnen. Heraus kam ein riesiges Wimmelbuch über Nordrhein-Westfalen und die Kinder waren sich einig: So eine Ministerin kann ruhig öfter mal zu Besuch in die Kita kommen.

Seit dem Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf einen Kitaplatz für unter dreijährige Kinder hat sich die Kita-Landschaft in Nordrhein-Westfalen nachhaltig verändert. „Da, wo früher Kinder von drei bis sechs Jahren oftmals nur von acht bis 13 Uhr betreut wurden, sind es nun Kinder im Alter von vier Monaten bis zu sechs Jahren, mit und ohne Migrationshintergrund, mit und ohne Behinderung, die bis zu 45 Stunden in der Woche in den Einrichtungen verbringen“, stellt Familienministerin Ute Schäfer fest. Dieser Bandbreite und der gleichzeitig deutlich gestiegenen Erwartungshaltung an die Bildungseinrichtung Kindergarten müssten die pädagogischen Kräfte gerecht werden.

„Mit meiner Kita-Tour 2014 wollte ich mir vor dem Hintergrund der Umsetzung des Rechtsanspruchs ein persönliches Bild vom Ausbau der U3-Betreuung vor Ort machen“, erläuterte Schäfer gestern in Einen. „Es ist gut, auch mal die Stimmen vor Ort zu hören.“ Aus den Fachgesprächen in den Kitas in verschiedenen Orten und mit verschiedenen Trägern habe sie vieles mitgenommen, was in Zukunft noch umgesetzt werden könne, betonte sie.

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