Fassade erstrahlt in neuem alten Glanz
Freuen sich über die Renovierung: Adelheid Eimer, die in dem Haus aufgewachsen ist, und Architekt Peter W. Lippert. Zum Eckhaus daneben bestehen Verbindungen auf jeder Etage.

 Von Ostern bis Ende Juni haben Besitzer Friedrich Grabbert und Architekt Peter W. Lippert die Fassade saniert. „Das Ziel war, die originale Fenstereinteilung wiederherzustellen“, erläutert Lippert. Dafür musste vor allem im Erdgeschoss viel verändert werden, denn dort gab es zwei Geschäftslokale mit je einem großen Schaufenster und einer Tür. „Die Ladeneinbauten haben wir entfernt“, sagt Lippert. Stattdessen gibt es nun wieder je zwei Fenster rechts und links der restaurierten Haustür.

Eingefasst sind diese neuen Fenster – wie auch die Haustür und die Fenster im ersten und zweiten Stock – mit Baumberger Sandstein. Der helle Sandstein bildet einen Kontrast zu den roten Ziegelsteinen, die die Fassade schmücken – und die eben zum Teil erneuert werden mussten. Außerdem wurde die Fassade mit Glaskugelpulver bestrahlt, um sie zu reinigen. Auch der Sockel wurde erneuert. Alles geschah in Abstimmung mit der Denkmalbehörde.

Auch beim Fugenmörtel zwischen den Ziegelsteinen setzten die Renovierer auf die Historie: Die Verfugung schnitten sie komplett heraus und ersetzten sie durch Mörtel, in dem Muschelkalk als Bindemittel fungiert. „Dieser Mörtel ist elastischer als Zementmörtel“, erklärt Lippert. Und das sei notwendig bei dem Fachwerkgebäude, das sich hinter der massiven Giebelfassade verbirgt: „Das Fachwerk arbeitet. Die Kräfte sollten dann nicht auf den Giebel wirken.“

Für Besitzer und Bewohner Friedrich Grabbert war klar, dass nach der Dachsanierung 2007 auch die Fassade erneuert werden sollte. „Das ist ja nicht so schön, wenn man ein Haus hat, das nicht mehr gut aussieht“, sagt er. Auch seine Mutter Adelheid Eimer freut sich über die Sanierung – sie ist in dem Haus aufgewachsen und interessiert sich für dessen Geschichte. So hat sie Schriftstücke studiert, die bis ins Jahr 1722 zurückreichen. „Man liest sich fest“, sagt sie. „Das ist sowas von spannend.“

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