Feuerwehr bricht alte Strukturen auf
Bild: von Stockum
Holger Niemeyer (Stadtverwaltung), Olaf Schröder (Wehrführung), Helmut Pöhling (Löschzugführer Einen), Annegret Frankewitsch (NRW-Innenministerium), Stadtbrandmeister Christof Amsbeck, Erster Beigeordneter Dr. Martin Thormann und Nicolas Wirtz (Sporthochschule Köln).
Bild: von Stockum

Weiterhin möchte man Belastungen abzubauen und Möglichkeiten zur Entlastung zu schaffen. „Feuerwehrensache“, so der Titel, will die Handlungsfähigkeit der Institutionen nachhaltig stärken.

Sieben Löschzüge stark ist die Freiwillige Feuerwehr Warendorf auf Basis von 460 ehrenamtlich engagierten Kameraden, von denen etwa 290 in den aktiven Dienst eingebunden sind. Die anderen 170 Männer und Frauen sind Mitglieder der Jugendfeuerwehr beziehungsweise der Alters- und Ehrenabteilungen. Für sie brechen jetzt neue Zeiten an: Das Projekt sieht unter anderem vor, den Nachwuchs eher in das Geschehen einzubinden und gleichzeitig jenen, die 60 Jahre und älter sind, bei körperlicher Eignung, den Verbleib im aktiven Dienst zu ermöglichen. Potenzial, das bislang kaum (noch) oder nur eingeschränkt abgerufen wurde, könnte den Löschzügen so zu mehr Stärke verhelfen.

„Feuerwehrensache“ ist aber noch mehr: Wie lassen sich Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen einbinden? Wie lässt sich die Vereinbarkeit von Freunden, Familie, Feuerwehr und Firma optimieren? Wie sieht künftig die Nachwuchsgewinnung aus? Wer übernimmt bei einem Einsatz die Kinderbetreuung? Diese und andere Fragen hat die Basis der Freiwilligen Feuerwehren bei mehreren Arbeitstreffen formuliert, um unter anderem in Gruppen zu Themenfeldern wie Arbeitgeber und Migration Lösungsansätze zu entwickeln. Einer der Vertreter aus Warendorf, der auch den Draht zum Innenministerium in Düsseldorf hält, ist der Löschzugführer aus Einen, Helmut Pöhling. Gemeinsam entwickelten die Ehrenamtlichen mit wissenschaftlicher Begleitung verschiedene Modelle, die wiederum aus diversen Modulen bestehen.

„Wir erhoffen uns sehr viel von diesem Projekt“, sagt Warendorfs Stadtbrandmeister Christof Amsbeck. Es sei eine Investition in die Zukunft, wenngleich viele der Strukturen, die nun aufgebrochen werden sollen, in den sieben emsstädtischen Löschzügen ohnehin nicht mehr so starr wie ursprünglich vorgesehen gehandhabt würden. „Das neue System stellt auch neue Anforderungen“ – dessen ist sich der Erste Beigeordnete der Stadt Warendorf, Dr. Martin Thormann, bewusst. „Es wird sich entwickeln müssen.“

Mehr zum Thema in der Mittwochausgabe (8. Oktober 2014) der „Glocke“ in Warendorf.

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