Feuerwerk: Gesetz „stumpfes Schwert“
Brandgefährlich: Feuerwerk kann vor allem in der Innenstadt für Schäden sorgen.

Personell seien die Hüter des Gesetzes nicht  in der Lage, das gesetzeskonforme Verhalten von Feiernden in der Silvesternacht flächendeckend zu kontrollieren.

Die Sorge, dass Häuser in der historischen Altstadt Schaden nehmen könnten, sei „ernst zu nehmen“, sagte Walter. Andererseits sei „Silvesterfeuerwerk Brauchtum“. Gleichwohl seien rechtliche Einschränkungen zu beachten.

Laut Sprengstoffverordnung sei das Abbrennen von Pyrotechnik in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern verboten.

Eine flächendeckende Kontrolle sei nicht realisierbar, sagte Jochen Walter und räumte ein: „Insofern ist der entsprechende Passus der Sprengstoffverordnung ein eher stumpfes Schwert.“

Gerade in der Altstadt sei das ein Problem, weil es dort einerseits besonders viel gefährdete Bausubstanz gebe, andererseits hier ein Zentrum der Feieraktivitäten sei. Die Stadtverwaltung werde daher durch Plakatierung, insbesondere auch innerhalb der gastronomischen Betriebe, und durch „Intensivbeschilderung“ auf den Verbotstatbestand aufmerksam machen. Inmitten des Marktplatzes werde „durch ein großformatiges Bannerkarree auf die Verbotssituation hingewiesen“.

Walter appelliert an die Bürger, „sich zu mäßigen und Vernunft und Verantwortung walten zu lassen“. Brauchtum sei kein Freibrief für fahrlässiges Handeln, und Verstöße stellten Ordnungswidrigkeiten dar, die mit Bußgeldern geahndet werden können.

Der Vorschlag, die Lust am Böllern in der Altstadt durch das Angebot eines großen Stadtfests, zum Beispiel auf dem Lohwall, „quasi abzuleiten“, sei praktisch nicht umsetzbar: „Hierzu fehlt die Zeit, das Personal und das Geld.“ Auch sei die Stadt „nicht bereit und in der Lage, die mit einem Stadtfest in der Silvesternacht verbundenen Risiken zu tragen“.

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