Frauen-Kabarett begeistert Publikum
Bild: Baumjohann
Als Brokkoli, Tomate und Schwein kritisierten die „Wa(h)ren Dorf-Frauen“ in ihrem Programm die angestrebten Patente auf Pflanzen und Tiere.
Bild: Baumjohann

Mehr als zwei Stunden lang hatten die acht Frauen Probleme des Alltags humorvoll beleuchtet und einen Bogen gespannt zwischen dem Schützenfest und der Gentechnik, zwischen frisch verrenteten Männern und der Hölle auf Erden, hatten Alltagsleben und Hofalltag zu Zielscheiben ihrer Betrachtungen gemacht und auch mit Seitenhieben beispielsweise auf die Kosmetikindustrie oder Werbebranche nicht gespart. Schließlich bleibt der Verkaufserfolg neuer Duftkreationen wie „Eau de Silo“ zweifelhaft – allen wohlklingenden Marketingfloskeln wie „ein wahrhaft authentisches Geruchserlebnis“ zum Trotz.

Keine Gnade vor den humoristischen Seitenhieben der „Wa(h)ren Dorf-Frauen“ fand auch die Agrarindustrie. Gerade Unternehmen, die sich anschicken, Patente auf Pflanzen oder Tiere anzumelden, gerieten während des Programms immer wieder in die Kritik. So verteilten die „Wa(h)ren Dorf-Frauen“ zwar nach der Pause einige belegte Brötchen, gaben aber gleichzeitig zu bedenken, dass der herzhafte Biss in eben diese zukünftig teuer werden könnte: „Passen Sie mal auf, dass ihnen nicht bald der Bissen im Hals stecken bleibt.“ Und wenn sogar Rind und Schwein, Brokkoli und Tomate gleichzeitig singen, ist die Botschaft klar: „Kein Mensch braucht wirklich ein Patent.“

Doch zurück zu den Alltagsbeobachtungen der „Wa(h)ren Dorf-Frauen“. Da wird eine Bushaltestelle zum allmorgendlichen Frauentreffpunkt mit Pikkolo und Kühltasche, weil die Gatten erst kürzlich in Rente gegangen sind und ihnen zu Hause die Decke auf den Kopf fällt. Da werden alternative Schützenfest-Konzepte entwickelt und überlegt, ob nicht tibetanische Mönchs-Musik die Marschklänge ablösen und der Vogel betanzt statt erschossen werden könnte. Und da erlauben Engel und Teufel sogar einen Blick in Himmel und Hölle. Die Erkenntnis: „Wir Frauen sind die wahren Engel. Meistens jedenfalls.“

Auch dafür verdienten sich die „Wa(h)ren Dorf-Frauen“ am Samstag Applaus – übrigens nicht nur von den Damen in der Sporthalle. Mit einer Zugabe in Bademänteln und der „Dorf-Frauen“-Version von Reinhard Meys „Gute Nacht Freunde“ endete ein unterhaltsamer Abend.

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