Frauen an die Macht: Baudirektor entführt
Bild: Wille
Entführt: Baudirektor Peter Pesch hatte keine andere Wahl und musste sich dem wilden Treiben der närrischen Möhnen hingeben.
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Mit Pauken und Trompeten stürmten die Möhnen die Marktplatzbühne. Für Peter Pesch gab es – eingehakt bei zwei Möhnen – kein Entkommen mehr. Er musste schunkeln, was das Zeug hält und den einen oder anderen Wink mit dem Zaunpfahl einstecken. Als „Burgi“, eine der Möhnen, die Rede hielt, blieb der Baudirektor nicht verschont. „Braucht der Marktplatz neues Pflaster? Woher nehmen soviel Zaster? Fördergelder sollten fließen, um den Einkauf zu genießen. Weit gefehlt ihr solltest’ s wissen, die Beute wird vom Wolf zerrissen! Doch ist die Beute in de Täsch…Vielen Dank an Peter Pesch!“, schmetterte sie ins Mikrofon. Da war Pesch ganz sprachlos und brachte nur ein „Rollatoren auf den Markplatz, Helau“ heraus.

Wenn so viele kesse Frauen auf einen Schlag die Stadt erobern, lässt sich auch Prinz Peter II. „mit Energie aus der Müssinger Wachkompanie“ nicht lange bitten. Er knüpfte an die Rede an und rief: „Wenn ihr die ganzen Steine nicht wollt, bringt sie nach Einen-Müssingen, da machen wir was Schönes draus!“ Er überreichte „Burgi“ nach der gekonnten Rede den Prinzenorden.

Aber nicht nur das jecke Oberhaupt war von der Frauenpower begeistert. Auch die närrischen Besucher hielt es nicht lange an ihrem Platz. Als Hofsänger Frank Hülsbusch seine Karnevalslieder schmetterte, ließen sich fast alle zu einer Polonaise hinreißen und liefen quer über den Marktplatz. Für die Showeinlagen sorgten die „Hüpfer“ mit ihrer Darbietung aus dem Reich der Märchen. Die „Flöckchen“ zeigten, wie gut sie sich als Spinnen bewegen können. Nachdem Hülsbusch zum Abschluss noch einmal aus voller Kehle trällerte, war das närrische Treiben noch lange nicht vorbei. Ein Tag, an dem die Frauen die Macht ergreifen, kann eben nicht lang genug sein.

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