Freibad-/Emssee-Gastronomie umstritten
Bild: Wild
Architekt Wilfried Bitter stellte den Bürgern die aktuellen Entwürfe als Basis des Bauleitplanverfahrens vor.
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Auf Initiative des planenden Warendorfer Architekturbüros Bitter / Hagemeyer hat das städtische Planungsamt das seit 2009 dümpelnde Planverfahren wieder aufgegriffen, um noch möglichst in diesem Jahr Baurecht zu schaffen. Laut Planer Wilfried Bitter würde das eine Suche nach einem Investor deutlich erleichtern.

Private Investition

Die aktuelle Planung sieht vor, auf dem Gelände des Freibads –die Stadtwerke würden den Grund und Boden an die Investoren bzw. Betreiber der Gastronomie verpachten – ein Café-Restaurant mit 80 bis 100 Sitzplätzen zu bauen – eine privat finanzierte Maßnahme, an der weder Stadt noch Stadtwerke beteiligt wären. Eine Außenbewirtung würde sowohl nach innen zum Freibadgelände (nur für Badegäste) als auch auf einer leicht erhöhten öffentlichen Terrasse auf dem Grünstreifen zwischen Freibadzaun und Uferspazierweg erfolgen.

See-Terrasse gestrichen

Auf eine jenseits des Spazierwegs angelegte weitere Terrasse, die nach früheren Entwürfen den Uferbereich überkragen und in den Emssee hineinragen würde, verzichtet der aktuelle Entwurf bewusst. Dies hatte bereits 2009 zu erheblicher Kritik seitens der Natur- und Heimatfreunde geführt. Auf Nachfrage bestätigte der Städtische Baudirektor Oliver Knaup allerdings, dass diese später bei Bedarf nachgerüstet werden könne – jedoch nicht ohne eine weitere Baugenehmigung. Weder die Ausweisung von Parkplätzen noch eine erweiterte Zufahrt, die nur über den Breuelweg erfolgen könnte, seien im Planentwurf vorgesehen.

Bürger üben Kritik

Die Bürger, die sich bei der Informatonsveanstaltung äußerten, sehen das überwiegend anders. Auf Kritik stößt vor allem das Konzept, das über die Freibadsaison hinaus ganzjährig Gastronomie zulässt. So etwas werde sich nur mit „Eventgastronomie“ rechnen, was nicht nur mit Ruhestörung in diesem sensiblen Refugium verbunden sei. Die Kritiker befürchten, dass die Betreiber über kurz oder lang die Ausweisung von Parkplätzen und einer öffentlichen Zufahrt für Pkw beantragen würden. Am Ende könne aber auch eine „Investitionsruine“ entstehen. Mehrere Redner forderten, von einem „Schnellschuss“ abzusehen und zunächst abzuwarten, was auf der Emsinsel (Brinkhausgelände) auch an gastronomischen Angeboten möglich sei.

Ausführlicher Bericht und Kommentar in der Warendorfer „Glocke“-Ausgabe vom 1. September. 

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