Freiheitsstrafe für 33-Jährigen
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Ein Freckenhorster wurde am Dienstag im Landgericht Münster zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt.
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Zwar verurteilte ihn die Erste Große Strafkammer des Landgerichts Münster am Dienstag zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten. Doch ordnete das Gericht zusätzlich die Unterbringung des Manns in einer Entzugsklinik an, was möglichst rasch erfolgen sollte.

Alkohol und Drogen im Spiel

Damit folgte die Kammer der Argumentation und dem Strafantrag des Staatsanwalts. Der Verteidiger des Freckenhorsters hatte auf eine zweijährige Bewährungsstrafe plädiert. Drei Delikte umfasste das Urteil: den sexuellen Missbrauch eines Kindes, die Herstellung kinderpornographischer Dateien und die Abgabe von Betäubungsmitteln an Minderjährige.

In seiner Urteilsbegründung ließ der Vorsitzende Richter die Tatnacht vom 15. auf den 16. Juni Revue passieren. Der Angeklagte nahm das Mädchen, mit dem er schon länger bekannt war und Zärtlichkeiten austauschte, mit in seine Wohnung. Dort gab er dem Kind Sekt und Grappa. Sie rauchten einen Joint und zogen sich mit einer Geldscheinrolle Amphetamin in die Nase. Danach legten sie sich aufs Bett und schauten sich einen Horrorfilm an.

Gericht schätzt Angeklagten als voll schuldfähig ein

Das Mädchen erbrach sich, schlief dann aber erschöpft ein. In diesem Zustand zog der Angeklagte die 13-Jährige aus und machte Handyfotos von dem fast nackten Kind. Zu einem nicht genau festzustellenden Zeitpunkt kam es zu einem sexuellen Übergriff. Wahrscheinlich war das Mädchen dabei aber wach.

Die Kammer ging allerdings nicht von einem klassischen Geschlechtsverkehr aus, was der Vorsitzende ausdrücklich betonte. In dieser Nacht war der Freckenhorster nach Auffassung des Gerichts voll schuldfähig. Allerdings seien die Taten durch seinen Alkohol- und Rauschgiftmissbrauch bedingt. Dies treffe auch auf die Delikte aus seinem langen Vorstrafenregister zu. Deshalb hielt die Kammer die Einweisung in eine stationäre Drogentherapie für notwendig. Andernfalls drohten weitere schwere Straftaten.

Gutachter und Richter sind sich einig: Freckenhorster nicht pädophil

Pädophil sei der Angeklagte nicht, stellte der Richter fest und folgte damit der Einschätzung eines psychiatrischen Gutachters. Allerdings laufen gegen den 33-Jährigen weitere Ermittlungen wegen der Funde kinderpornographischer Dateien auf mehreren seiner Handys. Zum Zeitpunkt der Anklageerhebung war dieses Material noch nicht ausgewertet worden.

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