Führerschein für Kutschen ab 1. Juni
Bild: Poschmann
Sprachen sich gestern für den Kutschenführerschein aus: (v. l.) Gisela Hennemann (FN-Präsidium), Thomas Ungruhe (Leiter FN-Breitensport), der heimische Bundestagsabgeordnete Reinhold Sendker (CDU) und FN-Generalsekretär Sönke Lauterbach.
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Bereits seit Dezember 2016 ist der Führerschein beschlossene Sache und wird, so der Plan, ab dem 1. Juni bundesweit als Ausbildung angeboten. Große Zustimmung erfährt das Projekt unter anderem bei den 17 Landespferdesportverbänden, beim ADAC, beim TÜV und der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände, die bei der Entwicklung eng mit der FN zusammengearbeitet haben.

Verpflichtend und damit Gesetz ist der Kutschenführerschein allerdings nicht. Am Donnerstag informierte sich der heimische Bundestagsabgeordnete Reinhold Sendker (CDU), stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur, vor Ort über die Maßnahme. „Fahren mit Kutschen oder Gespannen ist das Natürlichste der Welt und soll es auch bleiben“, sagte Sendker. „Polemische Pauschalverbote“ brächten nichts, generell sei der Kutschenführerschein daher eine sehr gute Idee, mehr Sicherheit in den Straßenverkehr zu bringen. „Sicherheit ist das oberste Anliegen bei uns im Verkehrsausschuss, und Pferde gehören zum Alltagsbild auch im Straßenverkehr. Sie sind ein Bild unserer Heimat.“

FN-Generalsekretär Sönke Lauterbach stellte einige Fakten zum Kutschenführerschein vor. In 45 Lehreinheiten als Minimum würden Privatpersonen zu den Themen Verkehrssicherheit bei Pferdegespannen im Straßenverkehr und Tierwohl ausgebildet. Bei gewerblichen Anbietern kämen noch einmal 38 Einheiten dazu. Der Führerschein könne als Einzelmodul ebenso absolviert werden, wie als Ergänzung zum Fahrabzeichen 5. Damit solle auch eine Brücke zu nicht ausgebildeten Fahrern geschaffen werden. „Das ist kein künstlicher Mehraufwand, sondern eine Erweiterung der Fahrabzeichen“, sagte Lauterbach. Ziel sei es, so der Leiter der FN-Breitensportabteilung Thomas Ungruhe, „eine Zehntelsekunde schneller zu denken als das Pferd.“

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