Gasangriff: Vodoo unterstützt Ermittlungen

Mindestens sieben Personen wurden bei einer Reizgasattacke auf einer Abi-Party in Warendorf verletzt. Nach Angaben einer Zeugin gab es jedoch weit mehr Opfer. Unser Bild zeigt Verletzte nach einem Reizgas-Angriff an der Ernst-Barlach-Schule in Wedel (Schleswig-Holstein).

Dieter Averberg, Geschäftsführer der „WAF Immobilien LTD“, die das „Voodoo“ gepachtet hat, bedankt sich ausdrücklich bei den Einsatzkräften von Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei für die schnelle und umfangreiche Hilfe und wünscht den Verletzten baldige Genesung. Alle Beteiligten hätten umgehend und vorbildlich reagiert. Innerhalb kürzester Zeit sei das Gebäude durchlüftet worden, durch umsichtiges Verhalten sei Panik vermieden worden: „Viele hatten noch nicht einmal mitbekommen, dass etwas passiert war.“

Veranstalter sieht sich als Opfer

Umso unverständlicher ist für ihn, dass der Vorfall dazu genutzt werde, die „Abi-Partys“ an sich in Frage zu stellen. „Wir als Veranstalter sind genauso Opfer“, sagt Averberg und betont, dass solche kriminellen Machenschaften auch andernorts nicht auszuschließen seien: „Wir arbeiten eng mit der Polizei zusammen, stellen die Videoaufzeichnungen der Überwachung zur Verfügung und bitten Augenzeugen, sich zu melden. Schließlich will keiner, dass so etwas noch einmal passiert.“

Alle sollten sich jetzt auf die Täterermittlung konzentrieren anstatt sich von „Abi-Partys“ pauschal zu distanzieren, reagierte Averberg auf Kritik des AWG-Schulleiters Hubert Post („Die Glocke“ berichtete). Den Vorwurf, die Veranstalter würden ihre kommerziellen Interessen unter Nutzung des guten Namens der Schulen durchsetzen, will Averberg nicht gelten lassen. „Wie es schon seit vielen Jahren übliche Praxis in vielen Diskotheken ist, gab es einen Kooperations- und Werbevertrag mit den Schülervertretern der Oberstufenjahrgänge“ – auch mit der Oberstufe des AWG.

Mehr Opfer als bekannt

Nach den Aussagen eines Opfer des Gasangriffs, sind weitaus mehr Jugendlich betroffen, als öffentlich angegeben. Viele verletzte Jugendliche seien nämlich schon bevor die ersten Helfer vor Ort waren, von Freunden erstversorgt und nach Hause gebracht worden, sagte Beatrix Stukenkemper. Die junge Frau gegenüber der „Glocke“: „Alle wollten nur schnell weg. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn eine Panik ausgebrochen wäre.“

Sachdienliche Hinweise zur Aufklärung des Verbrechens sind an die Polizei in Warendorf unter Telefon 02581 / 941000 zu richten.

Weitere Hintergrunde zur Gasattacke in der Mittwochausgabe der „Glocke“.

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