Gasthof Gesse schließt seine Pforten
Bild: Baumjohann
Seit sie 16 Jahre alt war, hat die Hoetmarerin Brigitte Schlotmann neben ihrem Hauptberuf im Gasthof Gesse an der Ahlener Straße hinter der Theke gestanden. Jetzt schließt sie den elterlichen Betrieb.
Bild: Baumjohann

Bereits mit 16 Jahren stand sie an der Seite ihres Vaters Werner Gesse zum ersten Mal hinter der Theke des Gasthofes an der Ahlener Straße und unterstützte ihn im Service – immer neben dem Hauptberuf. Das hat sich in den Jahren danach nicht geändert: Neben der Arbeit als Pfarrsekretärin war Brigitte Schlotmann an der Ahlener Straße für ihre Gäste da.

„Die Arbeit in der Gastronomie hat mir immer viel Freude bereitet und das Wohl der Gäste lag mir sehr am Herzen“, blickt Schlotmann zurück, die sich immer auf die Unterstützung ihres Ehemannes und eines tollen Teams verlassen konnte. „Viele Familien, Gruppen, Stammtische und Vereine haben uns über Jahrzehnte die Treue gehalten“, dankt „Gitti“ Schlotmann. So fanden unter anderem die Mitgliederversammlungen der Katholischen Landjugendbewegung, der Kameradschaft ehemaliger Soldaten, des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes, der Landfrauen, der Katholischen Frauengemeinschaft, des VdK, des Bürgerbus-Vereins und der Damen- und Ehrengarde des Schützenvereins immer bei „Gesse“ statt. Auch deshalb war es Brigitte Schlotmann wichtig, erst Ende Februar zu schließen: „So konnten viele Versammlungen in diesem Jahr noch bei uns abgehalten werden.“ In den vergangenen Wochen hätten rührende Verabschiedungen stattgefunden, sagt sie. „Wir haben viele nette Worte, Geschenke und Aufmerksamkeiten erhalten.“

Der Gasthof Gesse ist ein alteingesessenes Familienunternehmen und hat seine Wurzeln an der Dechant-Wessing-Straße – mit Gastwirtschaft und Tanzcafé, Bäckerei und Lebensmittelgeschäft. 1968 folgte dann der Umzug in den Neubau mit Gastwirtschaft und Saalbetrieb an der Ahlener Straße, wo der Gasthof auch heute noch beheimatet ist. Seit der Krankheit von Elsbeth Gesse im Jahr 2003 gab es keine eigene Küche mehr, sondern stattdessen die Zusammenarbeit mit renommierten Partyservices der Umgebung.

„Wir müssen uns jetzt ein neues Hobby suchen“, blicken Brigitte und Bernhard Schlotmann auf die Zeit ab Anfang März. Für die beiden endet mit der Schließung des Gasthofs Gesse auch ein Kapitel Lebensgeschichte, haben sie sich doch an dessen Theke kennengelernt.

Die Zukunft des Gasthofes und des benachbarten Wohnhauses ist ungewiss: „Beides steht zum Verkauf“, sagt Brigitte Schlotmann. „Eine Nutzungsänderung ist möglich.“

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