Gebürtige Warendorfer sterben aus
Die letzte gebürtige Warendorferin ist eine Sassenbergerin: Leni Klaesvogt. Ihre Eltern Nicole und Torsten haben der Geburtshilfe des Warendorfer Josephs-Hospitals sozusagen die letzte Ehre erwiesen.

Nach wie vor erblicken die meisten Kinder in Krankenhäusern das Licht der Welt, Hausgeburten bilden eine Ausnahme. Fakt ist indes, dass der Geburtsort entscheidend ist für die Ortsbezeichnung, die ein Mensch ein Leben lang in seinen Papieren mit sich herumträgt, denn beurkundet werden alle Geburten im örtlichen Standesamt.

Geburtsort in Papieren

In Warendorf wohnende Eltern, die ihr Kind zum Beispiel in den Geburtsstationen von Krankenhäusern in Münster, Ahlen oder Oelde, bekommen, holen sich also automatisch einen gebürtigen Münsteraner, Ahlener oder Oelder als Familienzuwachs ins Haus. Zwar meldet das jeweilige Standesamt den Neuzugang in den Folgetagen beim Einwohnermeldeamt am Wohnort der Eltern an, so dass die Einwohnerstatistik nicht verfälscht wird, aber gebürtig wird ein Kind Warendorfer Eltern so immer noch kein Warendorfer.

300 Geburten fallen weg

Knapp über 300 Geburten hat Warendorfs Standesbeamter Uve Sulz zuletzt pro Jahr beurkundet, wobei gut 40 Prozent der Eltern auch ihren Wohnsitz in Warendorf hatten. Der Rest der Geburten waren Auswärtige, zum Beispiel aus Beelen oder Versmold, die fürderhin als „gebürtige Warendorfer“ durchs Leben gehen dürfen oder müssen. Auch damit ist nun Schluss. Selbst die standesamtlichen Nachrichten werden faktisch keine Geburten mehr ausweisen – in Warendorf wird demnächst nur noch geheiratet und leider auch gestorben.

Leni die Letzte

Die letzte gebürtige Warendorferin ist Leni Klaesvogt. Sie wurde am 29. Dezember um 3.13 Uhr als letztes Kind im Josephs-Hospital geboren. Sie wohnt jetzt in Sassenberg.

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