Geist des Schützenfests ist zu spüren
Foto: Baumjohann
Seit 70 Jahren ist Josef Schwichtenhövel (M.) dem Schützenverein treu. Es gratulierten Königin Gabi und König Alfons Keßmann.
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Dennoch ist vielerorts zu spüren, dass eben dieses Wochenende eigentlich vom Schützenfest und damit einem der Höhepunkte im Jahreskalender der Stiftsstadt geprägt wäre.

So stehen an vielen Straßen die grün-weißen Schützenfahnen, die auch vom Turm der Stiftskirche grüßen. König Alfons Keßmann, dessen Regentschaftszeit zusammen mit seiner Königin Gabi und den Frauen und Männern des Hofstaats um ein Jahr bis zum Schützenfest 2021 verlängert worden ist, will das eigentliche Festwochenende nicht einfach so vorbeiziehen lassen – genauso wenig wie viele andere Freckenhorster Bürgerschützen oder Formationsmitglieder.

Und so gab es am Wochenende zwar kein großes Bürgerschützenfest auf dem Festplatz an der Everword-Grundschule, wohl aber viele kleine Zusammenkünfte in Freudes- und Bekanntenkreisen oder Schützencliquen, bei denen zumindest ein bisschen Festfreude aufkam. Immer wieder war bei diesen Treffen auch eine kleine Abordnung der Throngesellschaft um König Alfons mit von der Partie. „Wir haben wirklich viele Einladungen bekommen“, dankt der amtierende Bürgerschützen-Regent für die große Begeisterung, mit der das Fest des Jahres im kleinen Kreise begangen wurde.

Leider habe er nicht alle Einladungen wahrnehmen können, bedauert Keßmann. Mitunter wurde wie bei „Hatzes Schützentreff“ sogar ein eigener König ermittelt. Das Treffen bei Theo Hartmeyer hat eine lange Tradition: Schon seit den frühen 1990er-Jahren ist das Haus an der Warendorfer Straße ein fester Anlaufpunkt am Schützen-Sonntag und -Montag. „Hier sind schon Strategien entwickelt worden, wie man den Königsschuss am besten angeht“, sagt Ludger Tipkemper schmunzelnd. Offensichtlich mit Erfolg, gehören doch mit Ralf Bolte, Tönne Brüggemann und Jürgen Hegselmann gleich drei ehemalige Könige zum Kreis derer, die Stammgäste bei „Hatzes Schützentreff“ sind.

Für die Zusammenkunft am Sonntag dieses Jahres hatten die Treffler sogar eigene Orden entworfen und einen Wettstreit um die Königswürde auf die Beine gestellt. An der Dartsscheibe, der Tischkegelbahn und beim Dosenwerfen konnten Punkte gesammelt werden, bis Ralf Thüsing schließlich als Regent feststand und sich über einen Königsorden freuen durfte. Wer weiß, vielleicht ist das ja Motivation genug, im kommenden Jahr auch auf dem Festplatz an der Grundschule auf den Adler anzulegen.

Orden gab es allerdings nicht nur bei „Hatzes Schützentreff“. Auch der Bürgerschützenverein hatte entschieden, dass zumindest einige Auszeichnungen an den Schützenfesttagen vergeben werden sollten, obgleich das Schützenfest ausfallen musste. So wurden die Schützen, die in diesem Jahr auf 70 oder 60 Jahre Mitgliedschaft im Bürgerschützenverein zurückblicken können, an den Festtagen besucht. Ihre Treueorden bekamen sie vom Königspaar Alfons und Gabi Keßmann überreicht. Am Sonntagvormittag machte das Regentenpaar unter anderem bei Josef Schwichtenhövel Station, der 1950 mit 17 Jahren in den Bürgerschützenverein eingetreten war und das Fest auch hoch zu Roß mit dem berittenen Fanfarenzug mitgestaltet hatte.

„Es wäre natürlich schön gewesen, wenn wir hätten Schützenfest feiern können“, dankte der Jubilar seinem königlichen Besuch und versicherte, den Treueorden in Ehren halten zu wollen. „Wir wollen mal optimistisch bleiben und hoffen, dass wir im kommenden Jahr wieder Schützenfest feiern können“: Diesen Worten Josef Schwichtenhövels würde keiner der Freckenhorster widersprechen, die am Wochenende das Schützenfest zumindest im kleinen Freundes-kreis gefeiert haben.

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