Geld für Emskraftwerk steht bereit
Bild: Pesymista
Die Planungen, wieder Elektrizität aus Wasserkraft zu gewinnen, haben durch die Energiewende und die Diskussion um die Rekommunalisierung des Stromnetzes an Fahrt gewonnen. Die Überlegungen gehen in Richtung einer Wasserkraftschnecke.
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Die seit 2004 laufende Planungen, am Emskolk wieder Elektrizität aus Wasserkraft zu gewinnen, haben durch die Energiewende und die Diskussion um die Rekommunalisierung des Stromnetzes an Fahrt gewonnen. 2013, 90 Jahre nach dem Vorgängerprojekt, soll es ernst werden mit der Umsetzung. Bis allerdings der erste Strom ins Netz abgegeben werden kann, dürfte noch viel Wasser (ungenutzt) die Ems herunterfließen.

Immerhin sprach sich der Betriebsausschuss des potenziellen Investors, des Abwasserbetriebs Warendorf, am Dienstag dafür aus, im kommenden Jahr 150 000 Euro bereitzustellen, um die weitere Projektplanung und gegebenenfalls Gutachten finanzieren zu können. Damit soll „vor Beginn des Genehmigungsverfahrens mit den dann ermittelten Rahmenbedingungen erneut eine Wirtschaftlichkeitsberechnung“ erstellt werden, um einen Beschluss vorzubereiten.

Städtischer Baudirektor Oliver Knaup stellte den Politikern die historische Entwicklung dieses Projekts dar und gab den aktuellen Sachstand wieder. Demnach sollte das rund um das HoT-Jugendzentrum geplante Gesamtprojekt, das neben der Installation von zwei „Wasserkraftschnecken“ auch den Bau einer Fischtreppe vorsieht, rund 2,7 Millionen Euro kosten. Bei der zu erwartenden Jahresstromleistung von geschätzten 1,2 Millionen Kilowattstunden wird es selbst in 40 Jahren schwer sein, eine „schwarze Null“ zu erreichen, hat Knaup ausgerechnet.

Um auf der sicheren Seite zu sein, müssten noch „Stellschrauben“ gedreht werden. So sei zu untersuchen, ob nicht neben den staatlichen Zuschüssen für den Bau der Fischtreppe noch weitere Finanzspritzen zu bekommen sind, sei es durch die öffentliche Hand oder von einem Unternehmen als „stiller Teilhaber“, um „mit dem erzeugten Ökostrom Werbung für sich zu machen“, wie Knaup überlegt. Besser rechnen würde sich die Anlage auch, wenn der Abwasserbetrieb selbst den erzeugten Strom abnehmen würde. Dazu müsste allerdings eine teure Hochspannungsleitung zu den belieferten Betriebsteilen gebaut werden.

Diese Variante hätte einen zusätzlichen Reiz: Sie würde das Warendorfer Klärwerk zum ersten energieautarken Abwasserbetrieb Deutschlands machen. Und ganz nebenbei wäre für den Betrieb ein auf lange Zeit stabiler Strompreis garantiert.

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