Genug Parkplätze am falschen Ort
Bild: Andreas Poschmann
Nach der Vorstellung diskutierten unter anderem (v.l.) Jan Diesfeld,  Dr. Hans-Günther Schöler, Engelbert Hagemeyer, Peter Steinkamp, Doris Krause (Stadt Warendorf), Markus Rompusch (Ordnungsamt) und Dr. Peter Kroos (Quartiersmanagement) über das Parkraumkonzept.
Bild: Andreas Poschmann

Die Planersocietät hatte im Rahmen des Stadtentwicklungsprozesses (Isek) im Auftrag der Stadt Warendorf ein Handlungskonzept zum sogenannten ruhenden Verkehr in der Altstadt erstellt. Herausgekommen ist dabei, dass es in Warendorf jede Menge Parkplätze gibt, auch wenn das gefühlt oft anders aussieht. „Es gibt kein Parkplatzproblem, sondern ein Verteilungsproblem“, sagte Jan Diesfeld von der Planersocietät.

Von 1857 Parkplätzen sind 176 kostenpflichtig

Von den 1857 öffentlich zugänglichen Parkplätzen seien nach Erhebungen gerade einmal 176 Plätze kostenpflichtig. Ein großer Teil sei demnach zwar gebührenfrei, es gebe für diese Parkplätze jedoch eine Parkdauerbeschränkung.

Interessanterweise befinden sich die kostenpflichtigen Parkplätze in der Altstadt jedoch eher in den Randbereichen. „Das zieht den Parkplatzsuchverkehr in die Stadt“, sagte Jan Diesfeld. Er sprach sich in diesem Zusammenhang für einen Paradigmenwechsel aus.

Untersucht hatte die Planersocietät verschiedene Tage und dort die Spitzenzeiten ermittelt. Demnach wird es an Wochentagen – als Grundlage diente der Mittwoch – vor allem zwischen 11 und 13 Uhr in der Innenstadt eng. Vor allem der Nordwesten sei sehr hoch ausgelastet, im Gegensatz zu den Bereichen im Südwesten, der Straße Zwischen den Emsbrücken und dem Lohwall. In den Abendstunden sei vor allem die östliche und die nordwestliche Altstadt betroffen.

An Markttagen – diesmal an einem Dienstag gemessen – ist der Parkdruck laut dem Papier der Planersocietät nicht höher, verschiebe sich allerdings in Richtung Wilhelmsplatz.

Kostenpflicht in der Innenstadt, nicht in Randbereichen

Zur Stärkung der Attraktivität empfahl Diesfeld, die innerstädtischen Parkplatze kostenpflichtig zu bewirtschaften, dabei jedoch Anwohner durch entsprechende Ausweise von der Regel auszunehmen. Kostenfreie Parkplätze – vor allem für Langzeitparker, die aktuell die Innenstadt blockieren – sollten demnach im Randbereich außerhalb der Altstadt liegen. Die Zahl der Parkplätze selbst solle unverändert bleiben. Außerdem könnte die räumliche Orientierung durch eine eindeutige Beschilderung verbessert werden.

Ebenfalls empfahl Jan Diesfeld, den ruhenden Verkehr stärker zu kontrollieren, „in der Anfangszeit reicht bei Verstößen zunächst eine Verwarnung“.

Im Anschluss an die Vorstellung des Konzeptes bestand die Möglichkeit, an drei Tischen mit Vertretern des Ordnungs- und des Planungsamtes, dem Quartiersbüro und der Planersocietät zu diskutieren, Vorschläge oder Einwände hervorzubringen. Das Ergebnis soll, soweit möglich und auch umsetzbar, in die weitere Planung einfließen. Dem Altstadtbeirat sowie dem Verkehrsausschuss wurde der Vorschlag bereits unterbreitet. Die Verwaltungsmeinung muss laut Thormann ebenfalls noch eingeholt werden, bevor der Rat über das Konzept entscheiden könne.

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