Gesamtschule – ein Fass ohne Boden?
Die Gesamtschule an der Kapellenstraße in Warendorf.

Das Unbehagen der Fraktion richtet sich nicht gegen das Schulmodell, sondern vielmehr gegen die nicht enden wollenden Investitionen. „Wir liegen bei diesem Projekt mittlerweile bei 1,8 Millionen Euro – Ende offen“, erläuterte CDU-Ratsherr Hermann-Josef Vinke, warum er sich bei der späteren Abstimmung enthalten würde. „Man muss sich die Frage stellen, ob die Verwaltung hier immer mit offenen Karten gespielt hat“, äußerte sein Fraktionskollege Willi Schöning. „Wie sollen wir das alles finanzieren?“ FDP-Ratsfrau Anita Stakenkötter bat die Verwaltung, die Kosten für den geplanten Umzug zu beziffern – denn auch dieser dürfte noch einmal kräftig zu Buche schlagen.

Kämmerer Dr. Martin Thormann versicherte, man habe immer mit offenen Karten gespielt. Letztlich sei es aber so, dass man zu Beginn des Projekts Gesamtschule keine detaillierten Berechnung gehabt habe. Die Maßnahmen und die Einrichtung selbst hätten sich mit einer anderen Dynamik entwickelt, als lange angenommen. Vor dem Hintergrund, dass innerhalb der Stadt Warendorf noch andere große Wünsche auf der Liste stehen – zu nennen sind dort Marktplatz, Stadtstraße Nord und andere Dinge – machte der Kämmerer keinen Hehl daraus, „dass es schwer ist, das alles in einem Haushalt unterzubekommen“.

Man habe in der jüngeren Vergangenheit ein Stück weit „von der Hand in den Mund gelebt“, so Dr. Martin Thormann weiter. Er müsse einräumen, dass man einige der langfristigen Konzepte, die man vor einigen Jahren entwickelt habe, heute schon mindestens zweimal in den Papierkorb geworfen hätte. Die Entwicklung in der Schullandschaft sei eben sehr schnelllebig – auch vor dem Hintergrund der Inklusion. „Dass es eng wird im kommenden Jahr und auch darüber hinaus, ist uns allen klar“, so SPD-Ratsherr Dr. Erich Tertilt.

Der Ausschuss stimmte der Erweiterung der Gesamtschule mit sechs Ja- und vier Nein-Stimmen sowie vier Enthaltungen zu.

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