Gestaltungsbeirat für Altstadt geplant
Bild: Wild
Moderne Architektur und historische Bausubstanz (hier das Klostergelände) – was geht und was geht nicht? Mit dieser Frage könnte sich künftig ein Gestaltungsbeirat befassen.
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Ausgangspunkt für diese Überlegungen sei die Bürgerbeteiligung zum integrierten Stadtentwicklungskonzept „Altstadt Warendorf“ im Frühjahr gewesen, in der Vorwürfe der Ungleichbehandlung und nicht nachvollziehbarer Ausnahmen von den Regeln der Gestaltungssatzung laut geworden seien, erläuterte Baudirektor Oliver Knaup in der Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses. Dabei sei vorgeschlagen worden, einen mit Externen besetzten Gestaltungsbeirat zu gründen, um bei größeren Bauvorhaben ein fachliches Votum zu bekommen. Auch die Denkmalpflegerin des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) und der Altstadtbeirat hätten sich für ein solches Gremium ausgesprochen.

Politiker skeptisch

Das wollten die Mitglieder des Ausschusses nicht so einfach tun. Es bestehe noch Beratungsbedarf in den Fraktionen, erklärten sie unisono, wiesen aber bereits darauf hin, dass ihnen die Kostenfrage Bauchschmerzen bereite. „Bei den Haushaltsplanberatungen wird bald wieder um 500 Euro gefeilscht, und dann schaffen wir ein neues Gremium, das sicher einiges Geld kostet – diese Entscheidung sollten wir gut abwägen“, forderte Monika Kaiser (SPD). Auch Daniel Kebschull (Grüne) hielt es zwar für eine gute Idee, auf externen Sachverstand zurückzugreifen, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass die Kostenseite intensiv beleuchtet werden müsse. Eventuell könne man ja fachliche Kompetenz auch ohne festes Gremium in Anspruch nehmen, gab er zu bedenken

Kosten von 8000 Euro?

Er gehe davon aus, dass die Kosten bei jährlich rund 8000 Euro liegen würden, erklärte Baudirektor Oliver Knaup. Schließlich solle der Beirat nur bei größeren Projekten, also zwei- bis dreimal im Jahr einberufen werden. Entkräften konnte er die Befürchtung von Martin Richter (CDU), dass die Kommunalpolitiker durch den Einsatz des Gestaltungsbeirats in wichtigen Fragen der Altstadtplanung ihre Entscheidungskompetenz verlieren würden. Das Votum des Beirats sei lediglich für die Verwaltung bindend, stellt er klar. Sollte es weiteren Diskussionsbedarf geben, sei selbstverständlich der Planungsausschuss gefragt, der dann aber seine Entscheidung in Kenntnis der fachlichen Empfehlung des Beirats treffen könne.

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