Gesundheitsminister besucht Testzentrum
Während Minister Karl-Josef Laumann den Medien ein Statement gibt, tauschen sich im Hintergrund (v.l.) Warendorfs Bürgermeister Peter Horstmann, die Gesundheitsdezernentin des Kreis Warendorf, Brigitte Klausmeier, sowie die CDU-Landtagsagbeordneten Henning Rehbaum und Daniel Hagemeier aus.

Mit insgesamt 30 Corona-Teststellen – zehn in Testzentren, 19 in Arztpraxen und eine in einer Apotheke – hat Warendorf das dichteste Testnetz aller Städte und Gemeinden im Kreis Warendorf. Und jetzt hat die Kreisstadt eine, die durch den Besuch des NRW-Gesundheitsministers geadelt wurde.

Wichtige Arbeit zur Pandemiebekämpfung

Karl-Josef Laumann (CDU) besuchte das DRK-Zentrum an der Hermannstraße. Gerade vor dem Hintergrund bundesweit diskutierten Abrechnungsbetrugs war es dem Minister wichtig zu betonen, dass so etwas die Ausnahme sei und in den allermeisten Teststellen in NRW hervorragende und für die Pandemiebekämpfung wichtige Arbeit geleistet werde. 

Corona-Testzentren seien bis zur Herdenimmunität der Bevölkerung durch Impfungen eine „Brücke, gesellschaftliches, wirtschaftliches und privates Leben wieder mehr und verantwortbar möglich zu machen“. Zu dem Termin in Warendorf habe er sich kurzfristig entschlossen, weil die Testzentren „zurzeit nicht nur positiv in den Schlagzeilen stehen“. Deshalb gehe es darum, die Arbeit der Teams vor Ort zu würdigen.

Abrechnungsbetrug „eine Sauerei“

Abrechnungsbetrug sei „eine Sauerei“, sagte der Minister unverblümt: „Wer sich an dieser Pandemie betrugsmäßig bereichert, der hat vor dem Gesetz auch keine Gnade verdient.“ NRW habe durch eine Verordnung das Testen nicht dem Zufall überlassen. Die Gesundheitsämter müssten dem Land jeden Tag die Zahl der Tests melden. „Wir können den Abrechnungsstellen alles zur Verfügung stellen, was sie brauchen, um kontrollieren zu können.“

Die weitaus größte Zahl der Teststellen würde von „gewissenhaften und ehrenwerten“ Betreibern geführt. Denen wolle er danken, und er habe nicht zufällig das Testzentrum einer Hilfsorganisation wie des DRK ausgesucht. Aber es gebe auch viele private Anbieter, die das hochprofessionell machten. Er stehe dazu, dass es richtig gewesen sei, für den Aufbau einer Teststruktur keine bürokratischen Hürden aufzubauen und durch Niederschwelligkeit möglichst viele Menschen zu erreichen.

800000 Tests kosten 16 Millionen Euro

Selbstverständlich müsse man bei der Abrechnung genau hinsehen, denn für bis zu 800 000 Tests an einem Tag müsse der Staat 16 Millionen Euro zahlen. Er zolle allen Mitarbeitern der Testzentren Respekt. Dass diese Arbeit bezahlt werden muss, sei klar, wie hoch, darüber könne man streiten, deutete Laumann eine vom Bund geplante Reduzierung an. Jeder, der sich testen lassen wolle, solle auch weiterhin ein Angebot bekommen.

Es gebe in keinem Bundesland so viele Teststellen wie in NRW. Testen sei wichtig, um Menschen bei wieder mehr Kontakten „eine gewisse Sicherheit“ zu geben. Bevor es die Möglichkeit der Schnelltests gab, sei die Laborkapazität für die PCR-Test in NRW bei 350 000 pro Woche ausgeschöpft gewesen. Erst durch Selbsttests, Bürgertests und Arbeitgebertests, durch Tests in Kindergärten und Schulen, seien Massentestungen möglich geworden. Anfangs waren ein Prozent der Tests positiv, bei heute täglich rund 450 000 Tests in NRW liege die Quote der positiven nur noch bei gut 0,1 Prozent.

Optimal: Schnell- und PCR-Tests vor Ort

Das vom DRK-Ortsverein Warendorf betriebene Testzentrum suchte Laumann auch deshalb auf, weil es „hier optimal ist, dass Bürgertests und PCR-Tests aus einer Hand angeboten werden“. Im Beisein von Bürgermeister Peter Horstmann und der Gesundheitsdezernentin der Kreisverwaltung, Brigitte Klausmeier, führte Markus Wohlgemuth vom DRK-Testteam den Minister durch die Räume. Dabei plauderte der bürgernahe CDU-Mann auch mit der siebenjährigen Hanna Schäfer und ihrer Mutter Kirstin, die auf ihre Testung warteten. 

Laut Jens Peters, hauptamtlicher Vorstand des DRK-Ortsvereins als Träger des Testzentrums, wurden an der Hermannstraße seit dem 26. März rund 33 000 Schnelltests, im Schnitt täglich 350, an Spitzentagen bis zu 750, durchgeführt, weitere Teststellen betreibt der Ortsverein am Josephs-Hospital und in Füchtorf.

67 Hauptamtliche befristet angestellt

Neben Ehrenamtlichen seien 67 eigens dafür angeheuerte hauptamtliche Mitarbeiter „sachgrundbefristet“ eingestellt worden. Die Teststellen in Beelen und Telgte arbeiteten unter der Regie der jeweiligen DRK-Ortsvereine autonom und ehrenamtlich.

Jeder Test werde mit zwölf plus sechs Euro für Materialkosten abgerechnet, 1000 Euro betrage die Grundpauschale pro Monat. Sollte die Kostenerstattung gesenkt werden, stellt sich für Peters die Rentabilitätsfrage zumindest für Teststellen in kleineren Gemeinden. In Füchtorf zum Beispiel würden nicht mehr als 50 Tests am Tag gemacht. 

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