„Go Vivet“: Ampel regelt Geschäftsbesuch
„Go vivet“ nennt sich das in einer Kooperation von drei heimischen Untermnehmen aus Warendorf und Greffen auf den Markt gebrachte Ampelsystem, mit dem die Zugangsfrequenz von Geschäftslokalen und anderen öffentlichen Gebäuden geregelt werden kann - eine Idee, die in der Corona-Krise aus der Not geboren wurde.

Es ist von drei heimischen Unternehmen am Mittwoch vorgestellt worden. In Warendorf und Greffen ist die Idee in einem „Joint Venture“ entwickelt und „Go Vivet“ auf den Markt gebracht worden.

Joint Venture aus Warendorf und Greffen

Die kreativen Köpfe der drei Unternehmen Aimline Audio(Tobias Schulte, Warendorf, Bild) für Idee und Vertrieb, ER Elektronik (Eberhard Resch, Greffen) für die Herstellung und Pilotfisch (Cornelia Köster, Warendorf) für das Marketing haben am Mittwoch in den Räumen der Volksbank in Warendorf Geschäftsidee und Produkt präsentiert. Im Beisein von Warendorfs Bürgermeister Axel Linke, der sich stolz auf die Innovation aus seiner Stadt zeigte, wurde das Produkt unter dem Slogan „100 Prozent made im Münsterland“ vorgestellt.

Signalgeber regelt Besucherzugang

Bei „Go Vivet“ handelt sich um einen optischen Signalgeber, ähnlich einer Ampel, der mit den Farben Grün und Rot den Einlass von Menschen in Gebäude (Geschäfte, Lokale, Kirchen, öffentliche Einrichtungen, Veranstaltungen) regelt. In Situationen, in denen die Anzahl von Kunden oder Besuchern in Gebäuden aus Sicherheits- oder Hygienebestimmungen limitiert sein muss, könne durch diese Zugangsregelung der Besucherstrom „einfach und direkt gesteuert werden“, wie die Ideengeber und Hersteller erklärten. Die Umschaltung der Farben erfolge über eine Fernbedienung, zum Betrieb sei lediglich eine Stromversorgung erforderlich.

Verkauf nur an Gewerbetreibende

Der Verkauf dieser Zutrittssteuerungsanlage erfolge ausschließlich an Gewerbetreibende, öffentliche Einrichtungen oder gewerbliche Veranstalter. Eine Abgabe an Privatpersonen sei ausdrücklich nicht vorgesehen, betonte die Unternehmer in einem Pressegespräch am Mittwoch. Das Produkt soll zu Nettopreisen von 290 beziehungsweise 350 Euro (mit Stativ) verkauft werden (zuzüglich Fracht und Versand). Sitz des Vertriebs ist in Warendorf an der Beckumer Straße 3.

Selbsterfahrung bringt auf die Idee

Eigenes Erleben im Alltag kann Auslöser für große Ideen sein. Tobias Schulte wollte in der Corona-Krise nach Wiedereröffnung in ein Geschäftslokal zum Einkaufen und wurde etwas unsanft herauskomplimentiert: „Stopp!“ Noch einer im Laden wäre einer zuviel gewesen. Er musste warten, bis ein anderer Kunde herauskam. Und als er auf der Münsterstraße bei „Ebbers“ vorbeikam, sah er, dass Inhaber Christoph Berger am Eingang seines Modehauses eine provisorische Rot-Grün-Ampel aufgestellt hatte, die Kunden signalisierte, ob die nach den Corona-Auflagen mögliche Kapazität erreicht war. Das war die Geburtsstunde von „Go Vivet.

Eletroniker aus Greffen kommt ins Boot

Der Warendorfer Tobias Schulte ist mit seiner Firma „Aimline Audio“ ein Spezialist für Veranstaltungs- und Übertragungstechnik, sitzt mit seinem Büro als Untermieter im Darpe Bürocenter an der Beckumer Straße 3. Für den Bau seiner Lautsprecheranlagen arbeitet er seit Jahren mit der Firma ER Elektronik in Greffen zusammen. Deren Chef Eberhard Resch griff die Anregung auf und steht nun in den Startlöchern, um mit der Serienproduktion zu beginnen. Die Warendorfer Werbeagentur „Pilotfisch“ von Cornelia Köster kümmert sich um die Vermarktung, hat Flyer und eine Internetpräsenz für den Online-Verkauf kreiert.

Begeistert über Innovationskraft

Bei der Präsentation des Produkts am Mittwoch in der Volksbank zeigten sich Bürgermeister Axel Linke und die Geschäftsführerin der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Warendorf, Petra Michalczak-Hülsmann (im Bild rechts), begeistert von der Innovationskraft, die von den drei vergleichsweise kleinen Unternehmen ausgeht, die nur 14 Tage von der Idee bis zum Produktionsstart brauchten. Auch Volksbankvorstand Norbert Eickholt ist von der Geschäftsidee seiner Kunden beeindruckt und stellte das weiträumige Konferenzzimmer seiner Bank für die Markteinführung zur Verfügung.

Der Bürgermeister verkündete sogar, dass er Warendorfer Firmen, die das System anschaffen, den Kaufpreis zu 20 Prozent aus der Stadtkasse bezuschussen wolle – passend zum Werbeslogan „Grünes Licht für Warendorf“. Noch getüftelt wird an einer Schaltung, die mit einer elektronischen Frequenzzählung gekoppelt werden kann, damit die Ampel auch ohne manuelle Betätigung ihre Signalfarbe wechselt.

SOCIAL BOOKMARKS