Greifvögel sterben an vergiftetem Köder

Zwei Mäusebussarde und ein roter Milan (Bild) fraßen von dem vergifteten Köder und verendeten kurz darauf.

„Alle Tiere lagen in unmittelbarer Nähe zu dem vergifteten Fasan“, heißt es im Bericht der Beamten. Hinweise auf den Täter liegen nicht vor. „Die Ermittlungen gestalten sich aus verständlichen Gründen äußerst schwierig“, sagt der Pressesprecher der Polizei, Martin Schnafel. „Spuren gibt es gleich null, und auch keine Zeugen“, erläuterte er am Donnerstag im Gespräch mit der „Glocke“. Die Ursachenforschung laufe gerade erst an.

Dafür existierten insbesondere in Internet-Foren die „wildesten Spekulationen“, hat Schnafel in Erfahrung gebracht. Schließlich ist der Fall in Warendorf nicht der erste dieser Art, auch nicht in Warendorf und Umgebung. Erst am Ostermontag hatte ein offenbar ebenfalls vergifteter Greifvogel in Beelen die Ermittler au den Plan gerufen. Während dieser verendete, konnten drei Hunde mit Vergiftungserscheinungen gerettet werden.

Es gibt unterschiedliche, mitunter haarsträubende Theorien. In einer wird Jagdpächtern unterstellt, sie seien Urheber der Vergiftung von Greifvögeln. Diesen Vorwurf weisen der Hegering Warendorf-Freckenhorst-Hoetmar und erfahrene Waidmänner entschieden von sich: „Wir haben nichts gegen Greifvögel“, betonten so am Donnerstag beispielsweise Jäger Thomas Dopheide und Kristin Sendker-Behrens, Obfrau für Öffentlichkeitsarbeit beim Hegering. Die häufig Behauptung, Pächter oder Grundstückseigentümer wollten durch das Vergiften von Greifvögeln den Bestand an Fasanen und anderen Tieren schützen, sei Unsinn. „Kein Jäger sieht in Bussarden oder Milanen eine Konkurrenz“, sagt Kristin Sendker-Behrens.

Tatsächlich ist noch nicht einmal sicher, ob die Bussarde und der Milan Ziel der Giftattacke waren – es ist auch durchaus denkbar, dass dem Übeltäter freilaufende Hunde oder Katzen ein Dorn im Auge sind. Das Kreisveterinäramt hat am gestrigen Donnerstag die Kadaver dem Untersuchungsamt übergeben. Dort wollen Fachleute herausfinden, welches Gift in dem Köder Verwendung fand.

Die Polizei bittet Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich bei der Polizei in Warendorf, Telefonnummer 02581/94100, zu melden.

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