Grundeigentümer: Kein Land für die B64n
Bild: Gabi Wild
Sprecher der Grundeigentümer innerhalb der  Bürgerinitiative Verkehrskonzept Warendorf  (BVW) sind (v.l.) Paul Afhüppe und Markku Esterhues, hier an einem Protestplakat im Westbezirk. 
Bild: Gabi Wild

Sie fordern den Stopp der groß dimensionierten Planung und kündigen an, mit allen Rechtsmitteln kämpfen zu wollen. Die Grundeigentümer- und Betroffenengemeinschaft Warendorf ist innerhalb der Bürgerinitiative Verkehrskonzept Warendorf (BVW) organisiert.

„Massiver Flächenverbrauch“

Ihre Sprecher Paul Afhüppe, Landwirt aus Neuwarendorf, und Markku Esterhues aus Vohren betonen, dass die Mitglieder dieser Gemeinschaft durch die geplante B 64n in vielerlei Hinsicht betroffen seien: „durch den massiven Verbrauch an landwirtschaftlicher Fläche, durch die Überplanung und Vernichtung diverser Hofstellen, durch die Zerschneidung der Ort- und Nachbarschaften, durch die Zerstörung, Verlärmung und Verdreckung der unmittelbaren Umwelt und Naherholungsgebiete“, wie Afhüppe gegenüber der „Glocke“ betont.

Brief an Politiker auf allen Ebenen

Die offizielle Erklärung dieser Gemeinschaft ist unter anderem dem NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU), dem Ausschuss für Verkehr im Deutschen Bundestag, dem Landrat Dr. Olaf Gericke, Bundestagsabgeordneten aus der Region, Warendorfs Bürgermeister Axel Linke und den Fraktionen von Kreistag und Rat Warendorf zugegangen. Den Einschreiben ist eine Liste mit mehr als 100 Unterschriften von Grundeigentümern aus Warendorf beigefügt. Diese lehnen dadurch nicht nur die B 64n-Planung ab, sondern auch die von Bürgermeister Axel Linke angeregte Unternehmens-Flurbereinigung.

Die Erklärung im Wortlaut

In der Erklärung der mehr als 100 Grundeigentümer aus den südlichen Bauerschaften Warendorfs entlang der geplanten Trasse der B 64n heißt es wörtlich: „Hiermit erklären wir Grundeigentümer, dass wir für eine Fernstraße B 64n Münster – Rheda-Wiedenbrück in der vorgestellten Dimension unseren Grund und Boden nicht verkaufen werden. Auch eine Unternehmens-Flurbereinigung werden wir Grundeigentümer nicht unterstützen und lehnen diese in gleicher Weise ab.“

In der Begründung heißt es:

„Unser Grund und Boden ist unser Kapital und unsere Existenzgrundlage. Wir werden für eine völlig überzogene und nicht mehr zeitgemäße Planung unser über Generationen erhaltenes Eigentum nicht zur Verfügung stellen. Unser Grund und Boden ist wertbeständig und sichert die Existenz in den Bauerschaften, für unsere und auch die nachfolgenden Generationen. Täglich wird auch ohne den Straßenbau schon zu viel kostbare landwirtschaftliche Betriebsfläche vernichtet, so dass hier dringend die Reißleine gezogen werden muss.

Die Nachteile der geplanten B 64n übersteigen jegliche Vorteile um ein Vielfaches. Der Flächenverbrauch von nun etwa 800 Hektar für die Gesamtstrecke, verbunden mit den verheerenden Eingriffen in Natur und Landschaft und mit über 60 Brückenbauwerken, ist unverantwortlich und wird unsererseits nicht mitgetragen. Unsere Gesellschaft schreit täglich nach Erhalt der Natur und Umwelt. Aber in der Planung einer Fernstraße B 64n wird auf Flächenverbrauch, Klimaschutz, Emissionsbelastung und Lärmbelästigung in keiner Weise Rücksicht genommen. Hier werden Ressourcen zerstört, die nicht nachwachsen werden.

Wir Grundeigentümer sind unseren nachfolgenden Generationen gegenüber verpflichtet, unseren Grund und Boden zu schützen und zu erhalten. Die weitere Zerstörung unseres Lebensraums werden wir mit allen Mitteln verhindern. Wir werden hierzu alle politischen und juristischen Möglichkeiten ausschöpfen und weiterhin versuchen, diese Planung zu stoppen. Hierin werden wir von unseren Verbänden, der Landwirtschaftskammer und einem überregionalen Bündnis aus Politik, Wirtschaft und Bürgerinitiativen unterstützt.

Wir appellieren an die Verantwortlichen in der Politik, die Planung der Fernstraße B 64n im Sinne der Vernunft neu zu überdenken und einzustellen“

, heißt es abschließend.

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