Grundstücke: Politik kommt ins Grübeln
Bild: A. Edelkötter
Am „Alten  Münsterweg“ kann gebaut werden - auf extrem großen Grundstücken. Wer eines kaufen möchte, kann ein Gebot abgeben.
Bild: A. Edelkötter

Zur Erinnerung: Die Stadtverwaltung hatte das Grundstück gegenüber der Siedlung Tillmannstraße zunächst ins Auge gefasst, um dort zwei dringend benötigte Unterkünfte für Asylbewerber zu errichten, ist aber im Zuge des Bebauungsplanverfahrens den Bedenken der Nachbarn nachgekommen und hat die Kapazität der Unterbringungsmöglichkeiten halbiert. Bis zu 20 Asylbewerber sollen dort demnächst einziehen können. Insgesamt wird das Areal in vier etwa gleichgroße Flächen unterteilt; die weiteren drei Grundstücke stehen für privaten Wohnungsbau (maximal zwei Wohneinheiten pro Grundstück) zur Verfügung. Die Mitglieder des Hauptausschusses sollten nun dem Verwaltungsvorschlag Folge leisten, der vorsah, die Grundstücke im so genannten Höchstgebotverfahren an Kaufinteressenten abzugeben. Als Jessica Wessels und André Wenning den Wunsch äußerten, kinderreichen Familien bei Abgabe eines Kaufgebots einen Bonus einzuräumen, wurde einigen der gewählten Volksvertreter augenscheinlich erst bewusst, dass bei den Grundstücksgrößen von rund 1600 Quadratmetern und einem Mindestkaufpreis von 105 Euro pro Quadratmeter (Bodenwert-Richtwert) die Installation einer Sozialkomponente in den Veräußerungsbeschluss wohl kaum Sinn mache. Dass man im Bebauungsplan überhaupt solche Grundstücksgrößen festgeschrieben hat, löste zum Teil Verwunderung aus. Immerhin: Markus Pletzing (CDU) konnte sich daran erinnern, dass es dafür einen triftigen Grund gegeben habe. Nur so recht erinnern konnte er sich an diesen in der Hauptausschusssitzung dann allerdings auch nicht mehr. Und eine Änderung der Grundstückszuschnitte sei, wie die Fraktionen von der Verwaltung erfuhren, jetzt auch nicht mehr möglich. Schließlich sei der Bebauungsplan beschlossene Sache. Der Beschluss, die Grundstücke meistbietend zu versteigern, wurde daraufhin einstimmig gefasst.

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