Gutes Benehmen ist einfach Glückssache
Bild: Poschmann
So und nicht anders wird es gemacht: Babsi (Sissi Zängerle) zeigt ihrem Göttergatten Manni (Christoph Landwehr) am Freitagabend, wie einfach sich eine Krawatte binden lässt.
Bild: Poschmann

Mit dem Betrieb von Spielhallen hat er es zu einem ordentlichen Vermögen gebracht. Jetzt will er seine gesellschaftliche Position verbessern und hat internationale Prominenz zu einer großen Party eingeladen. Die Generalprobe richteten Manni (Christoph Landwehr) und seine angetraute Babsi (Sissi Zängerle) am Freitagabend im Kolpinghaus aus. Die Wirtsleute Matthias und Bianca Jäger hatten zum „Kniggedinner“ eingeladen. Drei Schauspieler des Osnabrücker Dinneract-Theaters gaben dem Publikum auf amüsante Art und Weise ein Lehrstückchen in Sachen gutes Benehmen, bei dem die Zuschauer, wie schon in der Reihe Krimidinner, in die Handlung einbezogen wurden.

Natürlich durften die Gaumenfreuden auch dieses Mal nicht zu kurz kommen: Bei Gambas an grünem Apfelconfit, Marsallaschaum und Rucola, Kräuterschaumsüppchen, zartem Lammrücken im Kräuterduft gebraten an Portweinjus, Gratinkartoffeln und Wirsing sowie Cappucinoparfaith mit Mascarponeschaum und exotischen Früchten ließen sich die Tipps, die es immer wieder vom „Bundespräsidenten“ Jens-Peter Bornemann-Seipelt (Stefan Nászay) gab, hervorragend umsetzten.

Deftig waren dabei die Dialoge der Schauspieler. Auch so mancher Gast zeigte bühnenreifes Talent. Jede Tischrunde repräsentierte dabei bestimmte Gesellschaftsschichten. Da gab es die Politiker ebenso, wie Fußballprofis, Stars und Sternchen. Dass Tierschützer und Jäger an einem Tisch platznahmen, war wohlüberlegtes Kalkül, angeregte Unterhaltung sollte schließlich garantiert sein. Der „Bundespräsident“ als Lehrmeister hatte dadurch allerdings seine liebe Mühe, der erlauchten Prominenz gutes Benehmen beizubringen. Wenn es um Esstaktik und „Essthetik“ geht, nützt der Fraktionszwang in der Politik eben herzlich wenig.

„Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance“, dozierte Bornemann-Seipelt. Manni war das zuviel. Der „Bundespräsident“ sollte durch das Publikum mittels hochgehaltener farbiger Karten abgewählt werden. „Ja, das ist eine grüne Mehrheit. Das Volk liebt mich eben“, bemerkt er süffisant. Morde gab es an diesem Abend freilich nicht. Dafür feindosierte Benimmregeln in einem amüsanten Rahmen.

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