Harte Bandagen im Kampf um gute Schüler
Bild: Baumjohann
Der Kampf um Schüler mit gymnasialer Eignung führt zu Verstimmungen zwischen dem Warendorfer Augustin-Wibbelt-Gymnasium und der Sekundarschule Sassenberg. Beim Tag der offenen Tür im AWG (Bild) waren die Kontakte eingestielt worden.
Bild: Baumjohann

Wie berichtet, hat die Leitung der Sassenberger Sekundarschule einigen ihrer Schüler, die zum kommenden Schuljahr in die siebte Klasse wechseln, untersagt, an einem Schnuppertag im AWG – während der regulären Unterrichtszeit – teilzunehmen.

Von der Darstellung des Sachverhalts zeigte sich AWG-Leiter Dr. Olaf Goeke am Dienstag in einem Gespräch mit der „Glocke“ überrascht. „Der Kontakt zu den Schülern ist nicht beim ‚Tag der offenen Tür‘ in Sassenberg, sondern an unserer Schule zustandegekommen“, stellte Dr. Goeke klar, der darauf verweist, dass die Jugendlichen selbst Interesse am AWG bekundet hätten. „Wir haben keinesfalls die Eltern der Kinder, sondern die Sekundarschule angeschrieben und um Freistellung der Schüler für den Schnupperunterricht gebeten“, betont der Leiter des Augustin-Wibbelt-Gymnasiums. In seinen Augen sei das ein ganz normaler Vorgang gewesen, wie er seit Jahren praktiziert werde und wie er ihn auch für sinnvoll halte. Dr. Goeke weiter: „Eine Konkurrenzsituation, wie sie von Sassenberger Seite beschrieben wird, sehe ich nicht. Wir haben überhaupt nicht versucht, irgendwelche Schüler abzuwerben.“

Seitens der Schulleitung in Sassenberg wird darauf verwiesen, dass eine Sekundarschule im Vergleich zu Haupt- und Realschule eine andere Qualität habe. „Wir bereiten eigenständig auf den Besuch der gymnasialen Oberstufe vor“, sagt Sekundarschulleiter Stephanus Stritzke. „Das haben Realschulen auch schon getan“, kontert nun Dr. Olaf Goeke. Die Aussage Stritzkes, dass Sekundarschulen nicht verpflichtet seien, ihren besonders begabten Schülern einen Wechsel nach Klasse sechs zu einem Gymnasium wie dem AWG zu empfehlen, hält Dr. Goeke für „eine besondere Lesart“ der schulgesetzlichen Vorgaben.

Schnupperunterricht an seiner Schule von Jungen und Mädchen, die die sechsten oder auch die zehnten Klassen anderer weiterführenden Schulen besuchen, hält Dr. Olaf Goeke nicht für unüblich. „Wir haben einfach das fortgeführt, was mit der Sassenberger Realschule langjährige Praxis gewesen ist und sich bestens bewährt hat.“

Weiterer Bericht zum Thema in der Warendorfer Ausgabe der „Glocke“ vom 19. Februar.

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