Hartsteinwerke stehen vor dem Aus

Im Gegenzug werden nun die Fauna-Flora-Habitat- und gesetzlichen Überschwemmungsgebiete zu einem Tabubereich für den Rohstoffabbau. Das führt dazu, dass die seit 115 Jahren am Standort Warendorf bestehende Kalksandsteinproduktion in eine unsichere Zukunft blickt. „Diese Entwicklung ist deshalb unverständlich, weil die Kottrup-Seen als künstliches FFH-Gebiet erst durch den Sandabbau entstanden sind“, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. „Dieser Status führt nun dazu, dass in der Umkehrung durch die Regionalplanung die Erweiterung eines FFH-Gebiets verhindert wird.“

Mit der Vorgehensweise werde die Zukunft des Werks in Warendorf gefährdet, sagt der Geschäftsführer Dr. Hans Georg Leuck. „Gegenüber der Politik und der Verwaltung haben wir immer unsere Befürchtung zum Ausdruck gebracht, dass die FFH-Flächen eines Tages die Rohstoffversorgung unserer Werke gefährden. Jetzt ist dieser Fall eingetreten.“ Die Bedenken seien stets mit dem Versprechen abgetan worden, die Rohstoffversorgung der Warendorfer Hartsteinwerke werde nie infrage stehen. „An diese Zusagen will sich heute in Düsseldorf und Münster aber keiner mehr erinnern.“

Auch der Kreis Warendorf als zuständige Genehmigungsbehörde sei bis jetzt wenig hilfreich gewesen, sagt Leuck. Die Entwicklung führe in der Folge zu einer weiteren Schwächung der lokalen Wirtschaft, des Mittelstands und fördere indirekt Großkonzerne. Die Ausweisung der „Bereiche zum Schutz der Natur“ – kurz BSN – als weitere Tabuzone im Regionalplan habe bei der Firmenleitung zu einem erneuten Vertrauensverlust geführt. „Da diese gleich den FFH-Flächen als Tabubereiche für die Rohstoffgewinnung gelten, werden so mit einem Taschenspielertrick die bestehenden Schutzgebiete durch die Hintertür erweitert“, sagt Leuck. Dies habe die Kreisverwaltung insofern bestätigt, als dass sie für BSN-Flächen derzeit ebenfalls keine Genehmigungsfähigkeit für den Sandabbau sehe. „So kann die Zukunft der traditionsreichen Kalksandsteinindustrie an einigen Standorten im Münsterland nicht auf Dauer gesichert werden“, fasst Leuck zusammen.

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