Heiraten am 12.12.12 um Punkt 12 Uhr

Denn so schnell bietet sich die Möglichkeit nicht wieder – genauer gesagt erst im nächsten Jahrzehnt am 2.2.22.

Ihren Hochzeitstermin auf den 12.12.12, 12 Uhr, haben auch Anja (geborene Eichborn) und Heiko Keil aus Füchtorf gelegt. Ursprünglich hatte das Paar eine Heirat erst für das kommende Jahr ins Auge gefasst. Vor nicht einmal 14 Tagen dann entschieden sich die jetzt Frischvermählten dazu, diesen Schritt am Mittwoch in Warendorfs Historischem Rathaus zu gehen. Und siehe da: Der 12-Uhr-Termin war noch frei.

„Es sind mindestens dreimal so viele Trauungen wie sonst an einem Mittwoch in Deutschland“, hat der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Standesbeamten, Jürgen Rast, dem Nachrichtenmagazin „Stern“ gesagt. Mit fünf Paaren im Warendorfer Stadtgebiet war auch der jüngste Mittwoch deutlich stärker nachgefragt, als das sonst der Fall ist. Schließlich ist der Termin kein Allerweltsdatum – ob er oder sie dadurch künftig stets an einen der schönsten Tage im Leben zurückdenkt, sei dahingestellt.

Angefangen hat der Ansturm auf die Schnapszahl-Termine am 9.9.1999. Ob die Ehe dadurch länger hält, ist statistisch nicht bewiesen, aber auch nicht zweifelsfrei widerlegt worden. Soviel können die Standesbeamten in Deutschland anhand ihrer Zahlen aber belegen: Der beliebteste Monat zur Eheschließung ist der Mai. Auch im Dezember geben sich viele kurz vor Jahresfrist noch das Ja-Wort – manch einer auch aus steuerlichen Gründen.

Vorläufig sind die Standesämter mit dem Thema, Menschen an Schnapszahlen-Tagen zu trauen, durch. Wer es darauf anlegt, muss warten. Gleichzeitig dauert es ohnehin immer länger, ehe sich Paare das Eheversprechen geben. Das durchschnittliche Heiratsalter lediger Männer in Deutschland ist von 1991 bis 2011 deutlich angestiegen: von 28,5 auf 33,3 Jahre, das der Frauen von 26,1 auf 30,5 Jahre. Dem Statistischen Bundesamt zufolge verliert die Ehe als Lebensform an Bedeutung. Junge Menschen heiraten seltener und später. Seit den 60er-Jahren ist die Zahl der Eheschließungen rückläufig.

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