Hessel fließt jetzt in naturnahem Bett
Bild: Kleigrewe
Der Durchbruch: Seit gestern fließt die Hessel nicht mehr in ihrem geraden Bett, sondern schlängelt sich durch die renaturierte Auenfläche am Hesselkamp.
Bild: Kleigrewe

Ende Februar hatten die Renaturierungsarbeiten auf dem rund 12 500 Quadratmeter großen Gelände hinter dem Milter Friedhof begonnen („Die Glocke“ berichtete). Ihr Ziel ist es, die Hessel so naturnah wie möglich zu gestalten, das Gewässer ökologisch durchlässig zu machen und neuen Lebensraum für die verschiedensten Kleinstlebewesen zu schaffen. Statt wie bisher schnurgerade zu verlaufen soll sich der Fluss in Zukunft durch die angrenzende Auenfläche schlängeln und dabei das Wehr umgehen, das es in der Vergangenheit zum Beispiel Fischen unmöglich machte, die Hessel durchgehend zu nutzen.

Um das zu gewährleisten, wurden in den vergangenen Monaten in dem Gebiet rund 15 000 Kubikmeter Boden verschoben. Dabei entstand ein sogenanntes Umgehungsgerinne, in dem die Hessel nun fließen soll. Das neue Bett sei so gestaltet, dass der Fluss Raum habe, sich zu entwickeln, erläuterte Marco Pfeil vom Ingenieurbüro Schmelzer. Dazu gehöre, dass er bei Hochwasser auch durchaus über die Ufer treten könne. Außerdem seien Baumstümpfe in das Gewässer eingebracht worden, die mit der Zeit kleine Inseln bilden sollen. Damit auch die Bürger die Natur am Hesselkamp genießen können, werde ein Fußweg angelegt.

Die Arbeiten seien intensiv von Mitarbeitern des Amts für Bodenkunde des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) begleitet worden, erklärte Pfeil. Sie hätten den Arbeitern genau auf die Schaufeln geschaut und dabei eine 9000 Jahre alte Mooreiche sowie einen 3000 Jahre alten Kuhknochen, entdeckt. die nun genauer untersucht werden.

Die Öffnung des Zuflusses zum neuen Flussbett wurde gestern auch von etlichen Anwohner beobachtet. Sie alle seien sehr zufrieden mit der Umgestaltung, betonte Friedhelm Schmidt vom Wasser- und Bodenverband. Es gebe bereits eine Einladung für alle Beteiligten zu einem gemeinsamen Grillen nach Abschluss der Arbeiten. Das wird wohl Mitte des Jahres so weit sein, denn zunächst muss noch an der Durchbruchstelle der Leitdamm angelegt werden, und auch die Böschungen des neuen Flussbetts müssen gegen Abrutschen gesichert werden.

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