Hilfe aus Warendorf für Erdbebenopfer
Bild: privat
Die Verteilung von Hilfsgütern haben zwei junge Warendorferinnen (im Bild Sophie Schönbrodt), die eigentlich Urlaub auf Lombok gemacht hatten, in Eigeninitiative übernommen. Ihr Hilfsgesuchen bei der Warendorfer Kinderhilfsorganisation „Aktion Kleiner Prinz“ blieb nicht unerhört. Der Vorstand hat bereits Spendengelder bewilligt.
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Soforthilfe für die Erdbebenopfer auf der Insel Lombok leistet die Warendorfer Aktion Kleiner Prinz. In einer ersten Zwischenbilanz hat der Vorstand am Donnerstag über die Art der Hilfeleistung informiert.

Am 16. August sei, einen Tag nach einem Hilferuf aus dem Erdbebengebiet der indonesischen Insel,  die erste Überweisung auf dem Weg gewesen, schildert die Pressesprecherin des Vereins, Ricarda Reker-Nass.

Verein hilft Helfern vor Ort

Möglich geworden sei das durch eine konzertierte Aktion des Vereins in Zusammenarbeit mit zwei jungen Frauen aus Warendorf, die ihren Urlaub auf der Ferieninsel verbrachten und eigentlich am Tag nach dem Erdbeben die Heimreise hätten antreten sollen. Die Lehrerinnen Sophie Schönbrodt und Irene Bietsch waren davon überzeugt, dass schnelle Hilfe geboten war, und kauften aus privaten Mitteln Hilfsgüter wie Decken und Wasserkanister.

Die Not war und ist aber so groß, dass die beiden Frauen schnell an ihre Grenzen kamen. Sie wollten auf jeden Fall bis Schuljahresende bleiben und weiter helfen. Über ihre Kollegin Carolin Schäffer, Tochter des Gründungsvorsitzenden der „Aktion Kleiner Prinz“, Klaus Schäffer, stellten sie Kontakt zu der Kinderhilfsorganisation her. Der Vorstand war schnell überzeugt.

Schulkinder sind traumatisiert

Sophie Schönbrodt: „Fast jeden Tag fahren wir morgens einkaufen und dann in die betroffenen Dörfer. Mittlerweile haben wir nicht nur drei Autos, sondern oft noch einen oder zwei Busse. Neben Essen, Trinken und Hygieneartikeln haben wir den Menschen durch Hilfe der Warendorfer Aktion Gasherde, Zelte, Decken, Matten, Kleidung, Generatoren und sogar Wassertanks bringen können.“

Eine Schule, die sie besucht haben, sei komplett zerstört. „Vielleicht kann der Unterricht demnächst in Zelten stattfinden. Weil die Kinder traumatisiert sind, haben wir ihnen Malbücher, Buntstifte, Springseile, Badmintonspiele und Bälle gebracht“, schildert die Pädagogin.

In zwei Dörfern, die die Warendorferinnen besucht haben, waren bis dahin gar keine Hilfsgüter gekommen, weil sie ein paar Kilometer von der Hauptstraße entfernt liegen. Von den Bürgermeistern betroffener Orte sei bestätigt worden, dass die Projekte großer Hilfsorganisationen „noch nicht richtig funktionieren“. Insofern sei das private Engagement mit Hilfe der kleinen Warendorfer Hilfsorganisation genau richtig.

Dabei ist die Arbeit vor Ort nicht ungefährlich. Die Erde bebe  mehrmals täglich. „Die Menschen haben Angst, auch, weil bald die Regenzeit beginnt.“ Viele hätten keine Häuser mehr und lebten in Zelten. Wer spenden will, findet Informationen auf der Homepage.

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