Himmelfahrt: Wochenende der Kontraste
Bild: Studio Kaup
Tausende Besucher kamen zur Illumination anlässlich des Heimatfestes „Mariä Himmelfahrt“ in die Warendorfer Innenstadt und zogen, wie hier auf dem Marktplatz (r.), durch die aufgestellten Marienbögen
Bild: Studio Kaup

 Vor Einbruch der Dunkelheit herrscht am Samstagabend auf dem Unteren Lohwall schon reges Treiben. Familien und Jugendliche schieben sich über die Kirmes, kaufen gebrannte Mandeln oder wagen die rasante Fahrt in einem der zahlreichen Karussells. Mit bunten Neonlichtern machen die Fahrgeschäfte und Attraktionen auf sich aufmerksam, aus den Lautsprechern tönen die neusten Lieder der aktuellen Charts.

Ann-Kathrin Hiewer steht mit ihrer Freundin in der Schlange vor der Geisterbahn. Ob die beiden 16-Jährigen noch in die Altstadt gehen, um sich die Marienbögen anzusehen? „Natürlich“, sagt die Schülerin und nickt. Schließlich gehöre der Bummel unter den Bungen zu Himmelfahrt genauso dazu wie das bunte Kirmestreiben. „Aber es lohnt sich erst richtig, wenn die Dämmerung einsetzt“, weiß Ann-Kathrin Hiewer.

Immer mehr Menschen machen sich bei einsetzender Dunkelheit auf den Weg von der Kirmes in Richtung Altstadt. Wer die Emsbrücke überquert, kann den Kontrast zwischen den Veranstaltungsorten wahrnehmen: War es auf dem Unteren Lohwall noch hektisch, bunt und hell, verlangsamt sich automatisch der Schritt derjenigen, die an den mit Bungen geschmückten Häusern vorbei auf den ersten Bogen zugehen. Merklich lässt der Geräuschpegel nach, es wird zwar nicht geflüstert, aber mit gedämpfter Stimme gesprochen.

Viele besuchen als erste Station das Historische Rathaus. Dort zieht die Fotoschau von Alfred Kaup (†) über die Geschichte der Marienbögen und die Ausstellung „Westfalenlob“ von Peter Menne die Besucher an, zwischenzeitlich staut es sich auf der Treppe. Viele nutzen die Gelegenheit, durch das geöffnete Fenster im ersten Stockwerk ein Foto vom Marktplatz zu schießen.

Im Erdgeschoss hat eine Warendorfer Familie vor der Fotoschau mit den historischen Aufnahmen der Marienbögen Platz genommen. „Erst schauen wir uns die alten Bilder an, dann gehen wir die neun Bögen ab“, sagt der Vater. Sein Sohn ist schon aufgeregt. Er hat im vergangenen Jahr festgestellt, dass manche Bögen etwas ganz Besonderes zu bieten haben: „Da brennen richtige Flammen“, sagt er und grinst. Und sein Vater ermahnt postwendend: „Es wird nur geschaut und nichts angefasst.“

Mehr dazu lesen Sie in der Ausgabe vom 22. August der „Glocke“.

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