Historische Altstadt-Spuren sichtbar machen
Bild: Austrup
Bänke in Hufeisenform sind für Planer Hubertus Schäfer aus Köln nicht nur eine Hommage an das Pferd, sondern auch kommunikationsfördernde Orte der Begegnung für Einwohner und Touristen.
Bild: Austrup

Das Auswahlgremium setzte sich aus Vertretern der Ratsfraktionen, Fachberatern sowie der Bauverwaltung zusammen. Im Rahmen eines mehrstündigen Auswahlprozesses wurde am Freitag zunächst festgestellt, dass mit den eingereichten Vorschlägen durchweg hochwertige, in ihrer inhaltlichen Ausrichtung jedoch auch sehr unterschiedliche Konzeptansätze entwickelt wurden.

Alle Planer, darüber war man sich einig, hatten gute Denkanstöße für einen jetzt anlaufenden Entwicklungsprozess einer Gestaltungsplanung gegeben. Das Auswahlgremium empfahl schließlich, das Büro „Greenbox“ mit der Gestaltungsplanung für den Bereich Münsterstraße, Krickmarkt und Freckenhorster Straße zu beauftragen. Das Auswahlgremium sieht die besondere Stärke im ganzheitlichen Konzeptansatz des Büros. Es empfiehlt, auf den vorhandenen Gestaltungsstärken in der Altstadt aufzubauen und diese gestalterisch in einem Konzept für die weiteren Straßenbereiche weiter zu entwickeln. Dabei bietet der vorgestellte Konzeptansatz viele Spielräume, im Detail zu besonderen Lösungen zu kommen.

Gleichzeitig wird ein Gesamtkonzept angeboten, das durch eine einheitliche Gestaltung des öffentlichen Raums erwarten lässt, dass die besonderen Qualitäten der Warendorfer Altstadt nach einer Umgestaltung neu herausgestellt werden können. Durch die einheitliche und altstadtgerechte Gestaltungsidee sollen Barrieren abgebaut und eine verbesserungsfähige räumliche Gliederung von Aufenthalts- und Bewegungsbereichen innerhalb der Straßenzüge erfolgen. „Warendorf hat eine einzigartige Geschichte, die soll künftig in der Stadt wieder lesbar werden“, hat sich Landschaftsplaner Hubertus Schäfer vom Siegerbüro „Greenbox“ vorgenommen. Er will „die Altstadt nicht auf links krempeln“, sondern das Vorhandene weiterentwickeln. Eine Pflasterung aller Fußgängerzonen kann er sich nach dem „Vorbild Markt“ vorstellen – Natursteine in der Mitte, begehbare „Laufflächen“ am Rand.

Dabei denkt Schäfer praktisch: Falls das Budget hier für hochwertige Materialien nicht ausreiche, könne man durchaus Beton mit aufgesetzten Naturelementen nehmen. Wichtig ist ihm auf jeden Fall ein Leitsystem für sehbehinderte Menschen, die mit ihrem Stock entsprechend ausgestatteten Entwässerungsrinnen zur Orientierung nutzen sollen. Bänke in Hufeisenform sollen den „Greenbox“-Vorstellungen zufolge an vielen kleinen Plätzen zum Verweilen und zur Kommunikation einladen. Größere Plätze sind vorgesehen an der Einmündung der Freckenhorster Straße in die Bundesstraße („Damit jeder Vorbeifahrende sofort sieht, wo die Kernstadt beginnt.“) und am Heumarkt, wo Raum für mehr Erlebnisgastronomie geschaffen werden soll. Begrünung will „Greenbox“ eher sparsam einsetzen, etwa „Im Ort“, wichtiger sei die komplette Barrierefreiheit.

 Neue Laternen seien hingegen nicht nötig, „die vorhandene passen schon.“ Und es sollen Spuren gesetzt werden, sei es durch in den Boden eingelassene Bilder früherer Ansichten oder, moderner, mittels einer App. Jetzt geht es erst einmal in die Detailplanung, die viele Monate in Anspruch nehmen dürfte. Erste Maßnahmen werden frühestens 2021 umgesetzt.

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