Hoetmarer sammelt Lkw im Miniaturformat
Foto: Baumjohann
Mehr als 1200 Miniatur-Lastwagen hat der Hoetmarer Peter Geißler gesammelt. Ein großer Teil der Modelle ist in Vitrinen zu sehen, die überall im Hause Geißler zu finden sind.
Foto: Baumjohann

Sehr genau hingegen weiß Peter Geißler, wie sein Sammelfieber für Modell-Lastwagen entfacht worden ist. „1978 habe ich zehn Stück geschenkt bekommen“, erzählt der Hoetmarer. In den Jahren darauf sei er in der Freizeit oft mit dem Motorrad unterwegs gewesen zu verschiedenen Firmen – immer in der Hoffnung, ein weiteres Stück für die Lkw-Sammlung ergattern zu können.

Oft ist ihm das gelungen, sodass der Bestand an Miniatur-Modellen in der Geißler’schen Wohnung in Hoetmar immer weiter anwuchs. Mittlerweile haben die Fahrzeugmodelle ihren Platz in einer Wohnzimmervitrine ebenso gefunden wie in Vitrinen im Flur und selbstgebauten Schaukästen im Hobbyzimmer. Mehrere komplett identische Fahrzeuge sind übrigens nicht darunter. „Was auf den ersten Blick gleich aussieht, unterscheidet sich in Details“, macht Peter Geißler deutlich. Mal ist es eine andere Zugmaschine, mal ein variierter Aufdruck auf dem Sattelauflieger oder dem Anhänger, mal die Verwendung von Metall anstelle von Plastik bei der Fertigung des Lkw-Modells. Details, die auf den ersten Blick nur dem leidenschaftlichen Sammler auffallen, die Faszination für die Modellvielfalt der Miniatur-Lkw aber durchaus erklären.

Faszinierend auch, wie vielfältig die Bandbreite von Modell-Lastwagen in der Sammlung des Hoetmarers ist. Da finden sich Fahrzeuge aus dem Fuhrpark von Brauereien, anderen Getränkeherstellern oder von Speditionen, von großen Konzernen und kleinen Betrieben gleichermaßen. Ein Stück weit ist die Sammlung zudem Wirtschaftsgeschichte, finden sich doch auch Fahrzeuge längst untergegangener Unternehmen wie des Quelle-Versands oder der Drogeriemarktkette Schlecker. „Einige dieser Lkw habe ich schon auf der Autobahn oder auf einem Autohof in Originalgröße gesehen“, sagt Peter Geißler. Zu anderen Modellen kann er Geschichten davon erzählen, wie die Fahrzeuge in seine Sammlung gekommen sind oder welche Modelle aus den Serien noch fehlen. „Wenn ich Serien sammle, möchte ich sie natürlich auch komplett haben.“

Beruflich hat Peter Geißler übrigens nie hinter dem Lkw-Steuer gesessen. Vor dem Ruhestand war er als Lagerlogistiker und Magazinleiter tätig. „Ich habe es versäumt, den Führerschein der Klasse 2 zu machen“, bedauert der Hoetmarer – nicht zuletzt auch, weil ihm dann der gelegentliche Spott seines Sohnes Sven erspart bleiben würde. „Warum sammelst du eigentlich Lkw? Du hast doch sowieso keinen Führerschein“, fragt der Lkw-Fahrer seinen Vater nämlich immer mal wieder.

Neckereien, die Peter Geißler sportlich nimmt. Und statt eines Konters überlegt sich der Hoetmarer lieber, welches (limitierte) Lkw-Modell noch eine schöne Bereicherung für die Sammlung wäre und wie er es bekommen könnte. Auf Trödelmärkten ist Peter Geißler in der Vergangenheit ebenso schon fündig geworden wie in Internetportalen. Auf der Nutzfahrzeug-Messe in Hannover hat er genauso Modelle von Lastkraftwagen bekommen wie bei seinen Firmenbesuchen.

Und auch Tauschbörsen seien zu normalen Zeiten eine gute Möglichkeit, die eigene Sammlung zu komplettieren. Solche Börsen hat Peter Geißler allerdings seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie nicht mehr besucht: „Ich habe keine Lust, da die ganze Zeit mit einer Maske herumzulaufen“, hält er fest.

SOCIAL BOOKMARKS