Im Wald ist kein Platz für Christbäume
Die Zukunft des deutschen Weihnachtsbaums beschäftigt auch den nordrhein-westfälischen Landtag. Die FDP-Fraktion hat die Landesregierung mit einem Antrag aufgefordert, die angestrebte Reform des Landesforstgesetzes bleiben zu lassen.

Hätten sich die Waldbauern nicht verändert, es hätte wohlmöglich Jahrzehnte gedauert, bis sie mit ihrem Boden wieder hätten Geld verdienen können. Ein Gesetzesentwurf der rot-grünen Landesregierung aber verhagelt ihnen im Augenblick gründlich die Vorfreude auf die Festtage.

Der Entwurf, der im Januar eingebracht werden soll, soll verhindern, dass Weihnachtsbäume künftig in den Wäldern angepflanzt werden. Damit will man den Wald als Ökosystem schützen. Tannen und Fichten – so stellen es sich die Verfasser vor – könnten künftig stattdessen auf Äckern wachsen.

„Wenn es darum geht, großflächig Weihnachtsbäume innerhalb eines Walds anzupflanzen, ist das nicht im Interesse einer nachhaltigen Forstwirtschaft“, kann Georg Graf von Spee, Vorsitzender der Waldbauern im Bezirksverband Warendorf, den Vorstoß von Rot-Grün im Ansatz nachvollziehen. Dennoch müsse es auch nach einem Orkan wie Kyrill jedem Grundstückseigentümer möglich sein, mit seiner Fläche weiterhin Geld zu verdienen.

Seiner Einschätzung zufolge dürfte es zumindest im Kreis Warendorf keinen Waldbauern geben, der Einschränkungen fürchten muss. Selbst große Weihnachtsbaumkulturen seien durchsetzt mit anderen Setzlingen, die langfristig einer Wiederaufforstung dienen. Das heißt, das Züchten von Tannen und Fichten ist allenfalls eine Zwischenstation auf dem Weg zum Mischwald, wie man ihn hierzulande kennt.

Vielmehr betreffe der Gesetzesentwurf die Kollegen im Sauerland, wo große Flächen ruiniert worden seien und die jetzt geprägt würden durch Nadelgehölze. Mit Blick auf den Gesetzesentwurf sieht er ein Stück weit das freie Unternehmertum in Gefahr. Gleichzeitig ist er optimistisch, dass mit Rot-Grün ein Konsens erzielt wird.

SOCIAL BOOKMARKS