Impf-Petition erhält starke Resonanz
Foto: privat
Christian Homburg (24) aus Warendorf hat mit seiner Petition, in der er sich für Berücksichtigung behinderter Menschen außerhalb von Pflegeeinrichtungen bei der Vergabe von Coronaschutzimpfterminen einsetzt, großen Zuspruch.
Foto: privat

„Innerhalb der ersten sechs Tage erreichte meine Petition bereits 35.000 Unterschriften. Mit einem solchen Start habe ich nicht gerechnet, aber es bestätigt nur die Dringlichkeit meiner Forderung“, sagte der 24-jährige Homburg jetzt in einer Zwischenbilanz: „Ich erhalte immensen Zuspruch von vielen Betroffenen, die sich schon länger bezüglich der Pandemie vergessen fühlen und nun große Angst vor der neuen Corona-Variante haben. Wir werden uns dadurch umso vehementer für die Sache einsetzen“, erklärte der an der neuromuskulären Erkrankung „Muskeldystrophie Duchenne“ leidende Warendorfer der „Glocke“.

Medieninteresse überwältigend

Das Medieninteresse sei überwältigend, erste Interessenverbände wie die Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke (DGM) und die „Aktion Mensch“ hätten ihre Zusammenarbeit signalisiert, und auch Prominente mit Behinderung wie Tan Caglar, deutsch-türkischer Comedian, Schauspieler, Rollstuhlbasketballer und ein Model, setzten sich bereits für die Sache ein.

Von den direkt Betroffenen abgesehen, sei „vielen das Problem gar nicht bewusst“ gewesen, schließt Christian Homburg aus den Reaktionen auf seine Initiative: „Weite Teile der Bevölkerung schließen sich uns nun an und machen auf unsere Lage aufmerksam. Auch die Aktivisten-Plattform „change.org“ selbst unterstütze die Sache immens.

Kein Anspruch auf kostenlose Masken

Aber es geht Christian Homburg nicht nur um die Berücksichtigung der Gruppe von Menschen mit Beeinträchtigungen bei der Vergabe von Impfterminen. Was vielen nicht bekannt sei: Die meisten schwer behinderten Menschen hätten, anders als zunächst angenommen, immer noch keinen Anspruch auf FFP2-Masken. Während Risikogruppen und Menschen über 60 Jahren sie seit Dezember kostenlos in Apotheken erhalten können, würden etwa Betroffene mit neuromuskulären Erkrankungen, spätestens seitdem ein Coupon der Krankenkasse nötig ist, erneut nicht berücksichtigt. Homburg: „Wir stehen hier also weiter erst am Anfang, noch ist kaum was erreicht.“

Christian Homburg hat aber über das mediale Echo auch neue Kontakte geknüpft. Die Petition Homburgs wird auch durch eine junge Frau aus dem Raum Köln unterstützt. Caro Mülheims ist ebenfalls 24 Jahre alt und wegen einer neuromuskulären Erkrankung seit 13 Jahren auf einen Elektrorollstuhl angewiesen. Auch sie lebt mit Assistenten selbstbestimmt zu Hause. Die Aktivistin setzt sich ebenfalls schon lange für Menschen mit Behinderungen ein. Erst kürzlich gewann die Studentin aus Bornheim gemeinsam mit dem Verein „Junge Stadt Köln” einen Preis für das von ihr initiierte Legorampen-Projekt.

SOCIAL BOOKMARKS