In Janssens Gedicht hält der Lurch durch
Bild: A. Edelkötter
Der Arzt und Autor Hubertus A. Janssen, aufgewachsen in Warendorf, hat jetzt seinen ersten Gedichtband vorgestellt. Titel: „Der Lurch hält durch“.
Bild: A. Edelkötter

Der gebürtige Warendorfer Hubertus A. Janssen gilt als Erfinder des „landwirtschaftlichen Feuilletons“. Jetzt hat der Beinahe-Förster seinen ersten Gedichtband veröffentlicht – 91 Seiten, auf denen er Wörter zum Klingen bringt, weil seine Lyrik einer ganz eigenen Satzmelodie folgt. Hubertus A. Janssen, Jahrgang 1964, hat sein Abitur am Gymnasium Laurentianum absolviert. Hier entdeckte er auch seine Liebe zum geschriebenen und gesprochenen Wort – in der Theater-AG bei Dr. Winfried Grohe. „Da habe ich gemerkt, dass das etwas für mich ist“, erinnert sich Janssen. Er beginnt zu schreiben. Erst für sich, später für ein kleines Publikum. Sein erstes Theaterstück entsteht in dieser Zeit, im Jahr 1987. Zusammen mit Christoph Neukötter. „Es war, glaube ich, ganz gut. Beide Vorstellungen waren ausverkauft“, erzählt er.

Dennoch: Er schwankt, weiß nicht, ob er diesen Weg beruflich einschlagen soll. Hubertus A. Janssen stammt aus einer Försterfamilie. Großvater, Vater, Bruder – alle verdien(t)en ihr Geld in grün. „Auch ich war in meiner Kindheit und Jugend ständig im Wald“, sagt er. Wenn andere in der Diskothek tanzten, beobachtete er Tiere. Man merkt das seinen Gedichten an. Sie sind präzise, liebevoll, überraschend, oft witzig. Da schreibt jemand über Dinge und Lebewesen, die er kennt. Da hat jemand genau beobachtet. Und da weiß jemand, wie man Wörter kombiniert, um daraus eine ganz spezielle Komposition zu erhalten. Lyrik, die unterhält. Modern, verspielt, federleicht. Dass er nicht in die familiären Fußstapfen treten würde, ist Janssen dann doch frühzeitig klar. Ihn zieht es zur Medizin. Und zum Theater. Er ist hin- und hergerissen, hospitiert an einem Landestheater, schreibt weiter Texte. Als er einen Studienplatz für Medizin in Mainz bekommen kann, greift er zu. Heute hat er eine internistische Praxis in Datteln und lebt mit seiner Familie in Recklinghausen.

Mit dem Schreiben hat Hubertus A. Janssen nie aufgehört. Zunächst waren es Briefe an andere Autoren, zum Beispiel Otto A. Böhmer aus Warendorf, später Verse, Reime, Limericks. Sein Motto: Kürzer ist länger. Seit 2010 dichtet Janssen für diverse Zeitungen und Zeitschriften. Im Theater am Wall trat er einige Male beim „Jour Fix“ auf. Jetzt ist sein erstes Buch erschienen. Titel: „Der Lurch hält durch“. Wunderschön illustriert von Peter Menne, aus dessen Pinsel auch die aktuellen Warendorf-Bilder flossen. „Das ist alles ein Riesenabenteuer“, beschreibt Janssen das Gefühl, Autor zu sein. Und, bescheiden: „Mal sehen, was passiert.“ Er hoffe, dass seine Texte auch gedruckt wirken. Das sie so schwarz auf cremeweiß ihren Rhythmus entfalten können. Zum Schmunzeln animieren. Janssen: „Für mich ist das Schreiben mehr als ein Hobby. Es ist eine andere Form der Arbeit, die mich auf eine andere Art beschäftigt und daher entspannt.“

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