Menschenkette gegen den Terror
Bild: Studio Kaup
Starkes Zeichen gegen Terror und Gewalt: Nach der Rathauserstürmung am Sonntag auf dem Marktplatz in Warendorf nahmen sich uniformierte Karnevalisten und verkleidete Jecken an die Hand, schwiegen und setzten so ein Zeichen gegen Gewalt und Krieg, gegen Rassismus und Extremismus und für ein friedvolles Miteinander.
Bild: Studio Kaup

Die Warendorfer Karnevalsgesellschaft und der Bürgerausschuss Warendorfer Karneval nahmen die Terrorakte in Frankreich, den Krieg in der Ukraine, die aktuellen Anschläge in Dänemark  und die Absage des Rosenmontagszugs in Braunschweig zum Anlass, eine Proklamation gegen Terror, Extremismus und Krieg, gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit zu verlesen. Dabei fassten sich Hunderte Menschen auf dem sonnengefluteten Marktplatz an den Händen und schwiegen, um auch der Opfer der Terrorakte zu gedenken.

Das Motto des Warendorfer Rosenmontagszugs („Wir nehmen alle mit“)  sei auch Sinnbild für das, dass der Karneval die Menschen jeder Herkunft, Religionszugehörigkeit und sozialen Status im friedvollen Feiern verbinde, sagte WaKaGe-Präsident Markus Hinnüber.

Rathaus erstürmt

Zuvor hatten die Jecken wie gewohnt das Warendorfer Rathaus  gestürmt. Prinz Roman I. (Bosse)  „mit Spritze und Verband aus dem Warendorfer Land“ hat das Rathaus gestürmt und Bürgermeister Jochen Walter entmachtet.Zumindest bis Veilchendienstag haben damit die Jecken das Sagen in der Stadt. in seiner elf Punkte starken Regierungserklärung, die Roman I.  durch Hofmarschall Volker Brügge verlesen ließ, macht der neue Herr im Rathaus klar, was in den „tollen Tagen“ angesagt ist:

Regierungserklärung des Prinzen

Jeder Bürger hat seine Erste-Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen. Wir beginnen mit der Mund-zu-Mund-Beatmung. Der Nachweis über die praktischen Fertigkeiten ist auf Seiten der weiblichen Bevölkerung schon heute Abend bei den Mitgliedern der Prinzengarde nachzuweisen, die männliche Bevölkerung wird von den Möhnen überprüft.

Die Bürgermeisterwahl wird abgesagt. Ab heute regiert Prinz Roman I. Er wird Rat und Verwaltung dieser Stadt nach vielen Jahren der Taktiererei zurückführen zu einer vernunftorientierten Politik.

Im Zuge der voranschreitenden Inklusion weisen wir darauf hin, dass auch alkoholisierte Narren unverzichtbarer Teil unserer Gesellschaft sind. Jeder Bürger hat dafür Sorge zu tragen, dass hilfsbedürftige Karnevalisten zu jeder Tag und Nachtzeit wohlbehalten nach Hause kommen.

Aus dem Warendorfer Marktplatz wird ein Kunstrasenplatz mit Flutlichtanlage. Dieser Fußball-Platz darf nur von den Damen der WSU, insbesondere den U-11- Mädchen, genutzt werden. Weiter sorgt die Stadt Warendorf in Zusammenarbeit mit der Sportschule der Bundeswehr für genügend Turnhallen, um den WSU-Damen eine optimale Trainingsmöglichkeit in den Wintermonaten zu bieten.

Nachdem der Markt zum Kunstrasenplatz geworden ist, werden die eingesparten Penunzen zum Umbau der Stadt hin zu einer barrierefreien Kommune verwendet. Alle Senioren oder körperlich eingeschränkte Bürger sollen die Möglichkeit haben, in sämtlichen Geschäften sowie der Fußgängerzone bequem mit Rollstuhl, Rollatoren und anderen Hilfsmitteln unbeschwert den Einkaufsbummel erledigen zu können.

In der Kreisstadt und umliegenden Orten werden die Parkgebühren abgeschafft. Jeder Bürger verpflichtet sich, pro Jahr 30 Euro an das Ordnungsamt zu zahlen. Diese Gelder werden weitergeleitet an die „Aktion Kleiner Prinz“ zur Hilfe von Menschen in Not.

Alle Bürger Warendorfs verpflichten sich, Mitglied im Fanclub „Steh Auf“ Warendorf-Freckenhorst zu werden. Dabei ist es vollkommen egal, welchen Verein jemand ansonsten favorisiert. Sollte ein Bürger dieser Pflicht nicht nachkommen, muss er zehn Stunden im Monat ehrenamtliche Tätigkeiten im Gesundheitswesen nachweisen. Diese Regelung gilt bis zur Vollendung des 65. Lebensjahrs.

Die Polizei braucht sich in den närrischen Tagen nicht um die Sicherheit des Warendorfer Stadtkerns zu kümmern. Während die Beamten selbst feiern, zeichnet bis Aschermittwoch das Warendorfer Hellebardiers-Korps unter der Leitung von Bernhard Drees verantwortlich für den Schutz der Bürger. Alle Hellabardiere müssen Sorge dafür tragen, dass das närrische Volk vor 6 Uhr am Morgen keine Gastronomie verlässt. Unterstützung bekommen sie von der Warendorfer Prinzengarde.

Die Karnevalsformationen Juka 441 und Elferrat verpflichten sich ebenfalls, bis 6 Uhrzu bleiben. Ihre Aufgabe wird sein, jede Frau im Warendorfer Karneval zu einem Tanz aufzufordern und zu einem Glas Sekt einzuladen. Da es viele Frauen sind, bekommen die Formationen natürlich Unterstützung aus den Reihen des HaBaKa - und sei es nur zur Kostenübernahme.

Die Stadtfarben werden ab sofort geändert. Rot wird es nicht mehr geben, stattdessen nur noch Blau und Weiß. Dieses dient der Ehrung des Stadtteils und Marktplatzes „Schalke“ in Gelsenkirchen-Buer sowie in Anerkennung der fußballerischen Leistungen der Königsblauen. Die neuen Stadtfahnen werden gut sichtbar an allen Kirchen der Stadt sowie am Rathaus angebracht. Als Begrüßungsformel ist künftig „Glück Auf“ zu verwenden.

Alle Häuser der Warendorfer Fußgängerzone inklusive Rathaus werden blau-weiß gestrichen, um ein einheitliches Stadtbild zu formen. Allein das Warendorfer Pferdeviertel, das der Fußgängerzone zugeschlagen wird, bekommt einen einheitlichen, goldenen Anstrich. Der Einkauf dort wird zu einer der obersten Bürgerpflichten.

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