Josef Heinermann gibt Straße Namen
Namensgeber für Straße im Neubaugebiet: Warendorfs erster freigewählter Bürgermeister nach dem Zweiten Weltkrieg: Josef Heinermann.

Die Anregung zur Namensfindung hatte der Heimatverein gegeben. Josef Heinermann war der erste freigewählte Bürgermeister der Stadt Warendorf nach dem Zweiten Weltkrieg. Er war von 1948 bis zu seinem Tod am 29. Mai 1956 im Amt. Nähere Informationen zur Person liefern die Warendorfer Schriften: Josef Heinermann, 1895 als fünftes von zehn Kindern des Bäckermeisters Bernhard Heinermann und seiner Frau Theresia geb. Langkamp geboren, wuchs im elterlichen Haushalt an der Kirchstraße 3 auf und erlernte – wie sein Vater – das Bäckerhandwerk. Als Soldat war er im Ersten Weltkrieg in Polen und Russland sowie im Zweiten Weltkrieg in Polen stationiert. 1928 heiratete er Ludowika Niemer, Tochter des Gastwirts Niemer an der Oststraße. Aus der Ehe gingen elf Kinder hervor, von denen zwei verstarben. Neben seiner Sorge um den Betrieb und die große Familie galt sein Engagement verschiedenen Vereinen in Warendorf sowie der Politik. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Josef Heinermann zu den Mitbegründern der CDU und wurde 1946 zu deren zweitem Vorsitzenden gewählt. 1948 wählte der Stadtrat Heinermann einstimmig zum Bürgermeister.

Wolfgang Reisner wusste über Hintergründe, die zur Wahl Heinermanns geführt hatten, zu berichten. „Die CDU hatte eigentlich den noch von der Britischen Besatzungsmacht eingesetzten Otto Freund für das Bürgermeisteramt vorgesehen. Da die Christdemokraten bei der Ratswahl allerdings alle Direktmandate gewannen, zog Freund als Nummer eins der Reserveliste gar nicht in den Rat ein und konnte somit nicht gewählt werden“, erläuterte der Schriftführer des Heimatvereins. In der Bevölkerung habe Josef Heinermann ausnahmslos ein hohes Ansehen genossen. Schmonzette am Rande: Ralph Perlewitz wusste zu berichten, dass das Plangebiet im Süden Warendorfs einst Standort einer Seilerei gewesen sei. Seile und Taue würden auch als Reepen bezeichnet. Somit hätte die Straße auch Reeperbahn heißen können. „Das aber würde bei Touristen, die unsere Stadt besuchen, falsche Erwartungen wecken“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende.

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