Kapelle ist Zentrum der Bauerschaft
Bild: Baumjohann
Einen Einblick in ihre Kapelle gaben Mitglieder der Flintruper Kapellengemeinschaft den Vertretern der Sparkasse, die den neuen Innenanstrich finanziell gefördert hatte.
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Dass das so ist, ist vor allem den 13 Familien zu verdanken, die der seit 2013 ins Vereinsregister eingetragenen Flintruper Kapellengemeinschaft angehören und im monatlichen Wechsel für Schmuck und Reinigung Sorge tragen. „Zeitintensive Aufgaben wie der jährliche Frühjahrsputz werden gemeinsam übernommen“, sagt August Finkenbrink.

Aber bei manchen Aufgaben braucht die Kapellengemeinschaft auch die Unterstützung externer Förderer – unlängst bei der Erneuerung des Innenanstrichs des Gotteshauses. „Wir sind sehr dankbar, dass uns die Sparkasse Münsterland Ost dabei unterstützt hat“, dankte August Finkenbrink jetzt Vorstand Peter Scholz und Freckenhorsts Beratungscenter-Leiterin Rita Sennhenn-Wienold. Von den gut 3500 Euro, die der neue Innenanstrich der Kapelle gekostet habe, hatte die Sparkasse einen ansehnlichen Teil übernommen.

Unterstützung, die man gerne geleistet habe, wie Peter Scholz verdeutlichte. „Wir können nur Geld geben. Durch die Gemeinschaft wird dann damit etwas nach vorne gebracht“, erklärte er. Die Flintruper Kapelle würdigte er als „tolles Kleinod“ und zeigte sich begeistert über die engagierte Arbeit, die die Kapellengemeinschaft leiste.

Die heutige Flintruper Kapelle „Maria Heimsuchung“ ist schon das dritte Gotteshaus, das in der Bauerschaft steht. „Das genaue Erbauungsdatum der ersten Kapelle ist nicht bekannt“, sagt Finkenbrink. Gesichert sei aber, dass seit dem 16. Jahrhundert regelmäßig Gottesdienste in Flintrup stattgefunden hätten. Auch hätten die Stiftsdamen der Kapelle im 16. und 17. Jahrhundert viele sakrale Gegenstände gestiftet, die heute als Dauerleihgabe in der Pfarrgemeinde St. Bonifatius sicher aufbewahrt würden und mitunter auch in der Stiftskammer zu sehen seien. „Von Freckenhorst aus sind die Stiftsdamen über Flintrup nach Buddenbaum gepilgert“, erklärt Finkenbrink die großzügigen Stiftungen.

Die ursprüngliche Flintruper Kapelle sei während des 30-jährigen Krieges verfallen und 1670 durch eine Kapelle in Fachwerkbauweise ersetzt worden, weiß August Finkenbrink. Mit dem zweiten Gotteshaus sei auch die Glocke nach Flintrup gekommen: „Sie stammt nachweislich aus dem Jahr 1529 und ist wohl Teil des Alten Geläuts der Freckenhorster Stiftskirche gewesen“, stellt Finkenbrink fest.

Zwei Mal im Jahr finden auch heute noch Gottesdienste in der Flintruper Kapelle statt. Für die Anwohner sind diese Feiern immer auch Anlass für Nachbarschaftsfeste, zu denen jede Familie etwas beisteuert. Gerne denkt August Finkenbrink auch an das Fest zum 100-jährigen Bestehen der heutigen Kapelle im Jahr 1999 zurück. „Weihbischof Friedrich Ostermann hat damals die Messe gelesen“, weiß der Flintruper.

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