Keine Böller - überall Wunderkerzen
Bild: Stock
Lena Kisse (l.) und Chantal Jonelat nutzten den Marktplatz beim Jahreswechsel als traditionellen Treffpunkt mit alten Freunden. Um Mitternacht zündeten sie Wunderkerzen an.
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Die Stadt hatte Tage zuvor Hinweisschilder aufgestellt, um vor allem die Fachwerkhäuser in der Innenstadt vor Böllern, Raketen und anderen Feuerwerkskörpern zu schützen. Wie ausgestorben lag die gute Stube der Stadt zehn Minuten vor Mitternacht da, beschienen vom zunehmenden Mond. Und nur wenige Menschen huschten über das Pflaster, um noch schnell zu Freunden oder Verwandten zu gelangen. Fünf Minuten vor Zwölf kamen die ersten Feiernden aus den umliegenden Gaststätten, darunter auch eine Gruppe junger Erwachsener, die sich in der Bar Barossa getroffen hatte. „Es wird geböllert, das ist hundertprozentig sicher!“, meinte Michael, der seinen Nachnamen „lieber nicht“ nennen wollte. Die Gruppe hatte sich – wie viele andere Marktplatzbesucher auch – mit Wunderkerzen eingedeckt, die sie Punkt zwölf Uhr anzündeten. Böller und Raketen waren jedoch überhaupt nicht zu sehen oder zu hören. Überall sprühten die Wunderkerzen auf dem gut zu überschauenden Marktplatz.

Keine 500 Personen

Keine 500 Personen dürften sich zur Jahreswende auf dem in den Vorjahren als Abschussrampe beliebten und gerammelt vollen Platz aufgehalten haben. Auch eine funktionierende soziale Kontrolle gab es zu mitternächtlicher Stunde: Als doch ein Kanonenschlag gezündet wurde tönte es aus vielen Mündern: „Hört auf mit dem Mist!“ Geböllert wurde alternativ vor allem zwischen den Emsbrücken und auf dem Lohwall. So wurde der historische Marktplatz zu Silvester 2014 seiner Bestimmung gerecht: Als fröhlicher Treffpunkt von Jung und Alt, die sich gegenseitig für das kommende Jahr die Erfüllung ihrer jeweiligen Erwartungen wünschten. Dazu gehört auch ein Ende des Streits um die Pflasterung des Marktplatzes, über den es bei diesem Silvester endlich einmal gute Nachrichten zu vermelden gab.

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