Keine Geburtshilfe mehr in Warendorf
Bild: Edelkötter
Der Klapperstorch hat ausgedient: Hebamme Frauke Schulze, Chefarzt Gregor Pschadka und Krankenhauschef Dr. Martin Biller (v.l.) bedauern die Schließung der geburtshilflichen Abteilung im Josephs-Hospital.
Bild: Edelkötter

Diese Entscheidung der Krankenhausleitung ist im Grund seit einigen Monaten beschlossene Sache. Jetzt wurde sie im Rahmen einer Pressekonferenz offiziell bestätigt.

Entscheidung anhand von Zahlen

Aus finanziellen Gründen könne die geburtshilfliche Abteilung nicht weiter aufrechterhalten bleiben, erklärte Krankenhauschef Dr. Martin Biller und verdeutlichte die Entscheidung der Geschäftsleitung anhand von Zahlen. Im Jahr 2000 seien im Warendorfer Krankenhaus immerhin noch 500 Babys zur Welt gekommen; in diesem Jahr würde gerade mal eine Zahl von 310 erreicht. Um die Abteilung einigermaßen wirtschaftlich betreiben zu können, müsste die Geburtenrate an 600 heranreichen.

Das Minus aus dem Bereich Geburtshilfe habe in den zurückliegenden Jahren durch Gewinne, die in anderen Abteilungen erwirtschaftet worden seien, ausgeglichen werden können. Diese Möglichkeit sei für das kommende Jahr allerdings nicht mehr gegeben, betonte Dr. Biller. „Die Krankenhäuser steuern in eine Finanzierungskatastrophe. Wir mussten jetzt einfach handeln. Andernfalls würden wir den Krankenhaus-Standort Warendorf gefährden.“

Mit Wehmut reagierten Gregor Pschadka, Chefarzt der Abteilung für Frauenheilkunde, Pflegedirektor Wilfried Tollkötter und der Ärztliche Direktor des Krankenhauses, Dr. Rolf Doht, auf den Schließungsbeschluss: „Es war immer etwas Besonderes, die Schreie eines neugeborenen Kindes auf dem Flur zu hören. Wir werden sie vermissen.“ Gregor Pschadka bekannte freimütig, erst durch das Miterleben einer Geburt zur fachlichen Spezialisierung innerhalb seines Berufs gefunden zu haben.

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