Keine Parkplatz- sondern Verteilprobleme
Bild: Edelkötter
Zwischen den Emsbrücken gibt es immer freie Parkplätze, die aber zurzeit noch Geld kosten. Das könnte sich ändern.
Bild: Edelkötter

Nach Analyse des „ruhenden Verkehrs“ in der historischen Altstadt ist ein Konzept entwickelt und den Mitgliedern des Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschusses vorgestellt worden.

Bevor aber konkrete Maßnahmen zur Umgestaltung der Parkplatzordnung in der Emsstadt vorgenommen werden sollen, wird es eine Beteiligung der Öffentlichkeit geben. Doris Krause vom Bauamt der Stadt Warendorf kündigte dazu die Durchführung eines „Work-Cafés“ an. An „Thementischen“ sollen sich Fachleute, Verwaltungsmitarbeiter, Mandatsträger und interessierte Bürger einfinden und Detailfragen erörtern. In dem Prozess entwickelte Maßnahmen sollen danach sukzessive umgesetzt werden, verbunden mit der Möglichkeit, nach Testphasen auch wieder gegensteuern zu können.

Zielsetzung ist es, Attraktivität und „städtebauliche Qualität“ Warendorfs zu sichern beziehungsweise zu verbessern. Und dies mit Blick sowohl auf Altstadtbewohner, Gewerbetreibende und deren Kunden als auch auf Menschen, die in der Altstadt ihren Arbeitsplatz haben. An zwei Wochentagen im Frühjahr 2017 ist die Parksituation im Stadtkern von Warendorf unter die Lupe genommen worden: an einem Mittwoch und an einem Dienstagvormittag (Wochenmarkt auf dem Wilhelmsplatz). Die Analysten kommen zu dem Schluss, dass der Markt nicht viele zusätzliche Fahrzeuge anzieht, den Parkdruck aber aufgrund des zeitweisen Wegfalls der Parkfläche am Wilhelmsplatz verlagert. Insgesamt wird aber für beide Tage eine Überbelastung der Altstadt durch parkplatzsuchende Autofahrer konstatiert. Mit verursacht werde der Parkdruck durch kostenfreie zentrale Parkplätze (Parkscheibenregelung, eine Stunde kostenloses Parken). Im Gegenzug seien kostenpflichtige, etwas außerhalb gelegene Parkplatzflächen wie zum Beispiel zwischen den Emsbrücken zur selben Zeit nicht annähernd ausgelastet. Daher zieht der Experte des von der Stadt beauftragten Planungsbüro folgende zentrale Erkenntnis: Warendorf hat eigentlich kein massives Parkplatzproblem, sondern eher ein Verteilungsproblem.

Keine kostenlosen Parkplätze im Stadtkern

Als eine zu tätigende Maßnahme schlägt Jan Diesfeld (Planersocietät Dortmund) für Warendorf eine Umverteilung vor: im Innenbereich kostenpflichtige und außerhalb des Stadtkerns kostenfreie Parkplätze. Dabei soll das Verhältnis zwischen den beiden verschiedenen Parkplatzvarianten insgesamt in etwa gleich bleiben. Der Planer hofft, mit dieser Neustrukturierung ein Drittel des Verkehrs aus der Altstadt nach außerhalb verlagern zu können, was zur Entlastung der Bewohner beitragen würden.

Grundsätzlich geht es den Stadtverantwortlichen auch darum, die Innenstadt als Wohnstandort attraktiver zu machen. Dazu, so wurde im Planungsausschuss übereinstimmend festgestellt, müssen Anlieger, wenn sie abends nach Hause kommen, auch die Chance haben, wohnungsnah eine Abstellfläche für den eigenen Pkw zu finden. Als mögliche Lösung des Problems wird vorgeschlagen, zeitlich flexible Parkplatzzonen einzurichten (zwischen 17 Uhr abends und 7 Uhr am Morgen nur für Anlieger, sonst frei).

Ebenso einig sind sich Planer und Kommunalpolitiker darin, dass das Parkleitsystem im Ort unzureichend ist. Gerade Auswärtige hätten es schwer, sich in dem Gewirr von Einbahnstraßen zurechtzufinden. Auch die Parkplatzsituation am Bahnhof wurde als problematisch definiert. Eine Zuhörerin ließ die Ausschussmitglieder wissen, dass sie schon mehrfach den Zuge verpasst habe, weil es keinen freien Parkplatz gegeben hätte. Mit einbezogen werden in die kommenden Diskussionen zum Thema „Handlungskonzept für den ruhenden Verkehr“ sollen auch die Themen Elektromobilität und Car-Sharing, um dem Umweltaspekt gerecht zu werden. Schließlicht geht es nicht ausschließlich darum, Parkflächen zu schaffen beziehungsweise optimal zu nutzen, sondern auch darum, Flächenverbrauch und Emissionen zu reduzieren.

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