Kinder machen Überlebenstraining im Wald
Haben es sich in ihrer selbst gebauten Hütte gemütlich gemacht: (v. l.) Henry, Hannes, Mattis und Johanna.

„Wir sind in der Wildnis gestrandet und müssen uns nun irgendwie durchschlagen“, berichtet Betreuer Daniel Kebschull, was die Aufgabe der Kinder war. Klar, dass da zunächst einmal die wichtigsten Bedürfnisse gestillt werden mussten. Also ging es am ersten Tag darum, etwas zu trinken im Wald zu finden. Kebschull: „Ohne Wasser kann man nur drei bis vier Tage überleben.

Also haben wir uns darum zuerst gekümmert.“ Die zwölf Teilnehmer lernten, dass man durchaus aus Bächen, kleinen Flüssen oder stehenden Gewässern trinken kann. Natürlich nicht, ohne das Wasser vorher abzukochen. Deswegen blieb die Lehrstunde beim VHS-Kursus auch theoretisch.

Anschließend ging es ums Essen. „Ich hätte vorher nicht gedacht, dass man so viel aus dem Wald essen kann. Wir durften auch Blätter probieren, die aber meistens nach nichts geschmeckt haben“, erzählt die elfjährige Charlotte. Moritz hat da allerdings andere Erfahrungen gemacht, zumindest mit dem Sauerklee: „Schmeckt wie eine Beere, nur in sauer.“

Die VHS bietet den speziellen Ferienspaß in diesem Jahr zum zweiten Mal an. 2011 waren 24 Kinder dabei. Kebschull: „Wir hatten zwar nicht so viele Anmeldungen wie letztes Jahr, 14 waren es. Aber wir haben die Zahl dann begrenzt, weil wir ansonsten für zwei Teilnehmer mehr auch einen zusätzlichen Betreuer gebraucht hätten.“ Eigentlich sei das Angebot jedoch ein Selbstläufer, berichtet Kebschull, der mit dem Umweltbüro Warendorf selbstständig ist.

Am Dienstag wurde mit dem Bau von Hütten dann der nächste Schritt zum Überleben getätigt. Je vier Kinder konstruierten einen Unterschlupf aus Ästen und Laub, der sie im Fall der Fälle vor Regen und Wind schützen sollte. Allerdings kümmerten sich die Nachwuchsüberlebenskämpfer auch um Aussehen und Gemütlichkeit. „Unsere Hütte hat sogar einen Haken für die Jacken“, ist ein Teilnehmer ganz stolz. Der eine oder andere war sogar fast ein bisschen traurig, dass das Wetter recht gut war und es zumindest nicht stark geregnet hat. Schließlich hätte sich dann gezeigt, wie gut ihre Entwürfe wirklich schützen.

Am letzten Tag stand schließlich die „Outdoor-Olympiade“ an: Viele kleine Spiele, bei denen Spaß zwar ganz wichtig war, die Teilnehmer sich aber auch gegenseitig helfen mussten. Zum Beispiel mussten einige Gruppenmitglieder tun, als seien sie so schwer verletzt, dass die anderen sie tragen mussten. Zusammenhalt ist fürs Überleben schließlich ganz wichtig – so die Moral.

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