Kirmes-Flair in Corona-Zeiten
Foto: Baumjohann
Die frisch gebrannten Mandeln ließ Nino Süss in die Tüten wandern und verkaufte sie an viele interessierte Milter.
Foto: Baumjohann

Und so hatte Nino Süss seinen Mandelstand am Wochenende wieder auf der Wiese an der Ecke Hesselbrink / Königstal aufgebaut, um ein bisschen Kirmesflair ins Dorf zu tragen. Mit dabei war am Wochenende auch Schwager Gino Edwards, der den Besuchern zusammen mit seiner Frau Malika und Sohn Steve neben Flammkuchen auch Crepes anbot. 

Am Freitag, Samstag und Sonntag waren die Stände geöffnet und das „Fingerfood to go“-Angebot erhältlich –selbstverständlich unter Beachtung der geltenden Corona-Regeln, die beispielsweise den Verzehr der frisch erworbenen Leckereien in einem Umkreis von 50 Metern rund um die Verkaufsstände herum untersagten. Hinweisschilder am Eingang zur Wiese wiesen auf diese Regelung hin und ermunterten die Besucher zudem dazu, auch die Mindestabstände einzuhalten. 

Die 50 Meter „Verzehrabstand“ waren für die meisten Kunden am Wochenende allerdings ohnehin kein Problem. Gerade am 1. Mai machten so manche Familien auf ihrer Radtour Station an den mobilen Verkaufsständen und nahmen die erworbenen Leckereien kurzerhand mit auf die weitere Maitour. Und so mancher Milter war nur kurz zum Einkauf an der Wiese vorbeigekommen, um die erworbenen Crepes, Flammkuchen, die frisch gebrannten Mandeln oder das duftende Popcorn später in den eigenen vier Wänden genießen zu können. 

Selbstverständlich hoffen Nino Süss und Gino Edwards darauf, ihre Stände bald auch wieder außerhalb von Milte aufbauen zu können. „Es gibt eine Anfrage für die Deutschen Meisterschaften im Springreiten und in der Dressur in Balve“, sagt Nino Süss. Auch bei den rheinischen Meisterschaften sei er mit seinem Mandelstand gefragt, sagt der Milter. Beide Veranstaltungen sollen im Juni stattfinden, wenn es die Corona-Lage zulässt. 

„Es macht trotz allem Spaß, etwas zu tun“, freut sich Gino Edwards über die Möglichkeit, den Crepe- und Flammkuchenstand am Wochenende in Milte zu öffnen. Die Kontakte mit den Kunden – derzeit mit Maske und auf Abstand – vermisst er in Corona-Zeiten.

In einem normalen Jahr wäre er jetzt mit seinem Stand vielleicht im Kölner Raum unterwegs oder in der „Thüringeti“ in der Nähe von Oberhof zu Gast. „Je nach Anfragen sind wir in ganz Deutschland unterwegs“, erläutert Gino Edwards, der als weiteres Standbein Pferdeseminare gibt und Teilnehmern die Freiheitsdressur und den Umgang mit der Zirkuspeitsche näherbringt. „Wir streicheln unsere Pferde mit der Peitsche“, gibt Edwards, der aus der Zirkus-Dynastie Althoff stammt, einen Einblick in diese Arbeit. 

Weil aber auch solche Seminare momentan undenkbar sind, arbeitet Edwards während der Corona-Monate als Auslieferungsfahrer hinter dem Steuer eines Lkw: „Ich bin dankbar, dass es diese Alternative gibt“, sagt er. Und freut sich nichtsdestotrotz über die nächste Flammkuchen- und Crepe-Bestellung, die er zusammen mit seiner Frau Malika und Sohn Steve auf der Wiese in Milte zubereiten darf.

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