Knappe Mehrheit für Variante 2
Bild: Kleigrewe
Mit Plakaten und Transparenten machten die Vertreter aus den drei Ortsteilen während der Beratungen des Sozialausschusses im Ratssaal deutlich, welche der drei Varianten sie befürworten.
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Wie sehr das Thema die Menschen in den drei betroffenen Ortsteilen bewegt, wurde schon vor Beginn der Sitzung deutlich, als immer mehr Zuhörer – unter ihnen auch viele Kindergartenkinder – in den Ratssaal strömten. Mit Plakaten und bunt bemalten Transparenten machten sie deutlich, welche der drei von einer Arbeitsgruppe erstellten Varianten für die Zukunft der Kindergärten sie favorisierten.

„Es gibt keine Variante, die das Problem wirklich löst“, brachte Norbert Offers (FDP) das Dilemma auf den Punkt. Trotzdem spreche sich die FDP für die Variante 2 aus, weil sie von der Richtigkeit des von der Gruppe um Schulleiterin Andrea Hagemeyer entwickelten pädagogischen Konzepts überzeugt sei und dies nur optimal mit der Variante 2 umzusetzen sei. Außerdem bleibe so die Trägervielfalt erhalten.

Die CDU gehe davon aus, dass das pädagogische Konzept auch mit den anderen Varianten zu verwirklichen sei, hielt Alfons Havelt (CDU) dagegen. Seine Fraktion halte zwei Standorte mit jeweils einem dreigruppigen Kindergarten vor allem wegen der größeren Flexibilität für sinnvoller und favorisiere deshalb die Variante 3, nämlich den Ausbau der katholischen Kindergärten in Müssingen und Milte zu Drei-Gruppen-Einrichtungen bei Schließung des städtischen Kindergartens in Einen.

 „Es wäre besser, wenn sich die Ortsteile einig wären“, betonte Manfred Lensing-Holtkamp von den Grünen. Da dies aber nicht der Fall sei, spreche sich seine Fraktion für die Variante 2 aus, weil sie in jedem Ortsteil einen Kindergarten erhalte. Zudem biete das pädagogische Konzept eine große Chance für die Zukunft von Kindergärten und Grundschule. „Das ist eine Innovation und es ist wichtig, etwas Neues zu tun“, so Lensing-Holtkamp.

Auch die SPD halte das gemeinsame Bildungsangebot, das die Variante 2 biete, für eine echte Chance, erklärte Franz-Ludwig Blömker. So könne die Infrastruktur vor Ort für alle drei Ortsteile erhalten werden, ohne dass eine der Einrichtungen negativ berührt werde. Denn eines sei der SPD ganz wichtig: sowohl der Standort Müssingen als auch der Standort Milte dürfe nicht in Gefahr geraten.

Das sah auch Michael Zech (FWG) so. „Keiner der drei Ortsteile darf ausbluten“, forderte er. Und das halte seine Fraktion am besten mit der Variante 2 gewährleistet.

Dieses Meinungsbild spiegelte dann auch die Abstimmung wider, die auf Antrag der CDU in geheimer Wahl stattfand. Sieben Ausschussmitglieder – soviele wie SPD, Grüne, FDP und FWG im Ausschuss stellen – sprachen sich dabei für die von der Verwaltung vorgeschlagene Variante 2 aus, sechs – soviele Mitglieder hat die CDU im Sozialausschuss – stimmten dagegen.

 Die endgültige Endscheidung fällt nun am 19. Mai im Rat.

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