Konflikt im Biotop eskaliert
Symbolfoto: dpa
Mountainbikefahrer haben viel Spaß am Fahren n der Warendorfer Kooksheide - aber gar nicht zur Freude anderer: Der Konflikt zwischen Spaziergängern und Fahrradsportlern ist ungelöst und wird mit schweren Vorwürfen ausgefochten.
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Auf unseren Bericht in der Ausgabe vom 24. April („Mountainbiker fahren weiter abseits der Wege“) über die Nutzung des Landschaftsschutzgebiets „Kooksheide“ durch Mountainbikefahrer, unter anderem auch von der Radsportgemeinschaft (RSG) Warendorf-Freckenhorst, haben sich Werner Stock und Franz-Josef Schembecker bei der Redaktion gemeldet. 

Stock: „Unhaltbare Zustände“

Nach Einschätzung von Werner Stock verschlimmern sich „die unhaltbaren Zustände im Biotop seit 2014 stetig“. Ursächlich hierfür sei das Genehmigungsverfahren für eine Cross-Tour am 9. November 2014: Die RSG habe seinerzeit bei der Unteren Naturschutzbehörde eine Cross-Touristik-Fahrt beantragt und habe als Streckenführung 800 Meter auf befestigten Wegen angegeben. Stock: „Ausgeschildert und befahren wurden dann aber über sechs Kilometer auf schmalsten Pfaden durch das gesamte Biotop.“

Auf einige entsprechende Hinweise seinerseits seien weder Landschaftsschutzbehörde noch Forstamt gegen den Veranstalter vorgegangen. Stock beklagt „Desinteresses von staatlicher Seite“. Durch diese Veranstaltung seien mehr als 300 Mountainbiker überregional auf das Gelände aufmerksam geworden, die auch heute noch von weither anreisten, „um dort rücksichtslos durchzuheizen“, wie es Werner Stock empfindet.

Kontroversen und Beleidigungen

Seither sei es mehrfach zu Kontroversen, auch zwischen ihm und Nutzern, darunter namentlich bekannte Vertreter der RSG, gekommen. Dabei sollen auch beleidigende Äußerungen gefallen, beklagt er. Danach habe er sich auch schriftlich an den Vorstand der RSG gewandt, schreibt Stock der Redaktion. Er habe auch darauf hingewiesen, dass es inzwischen zu einem Vorfall gekommen sei, der die Eskalation erschreckend dokumentiere. Wie berichtet, waren über eine der Strecken von nicht identifizierten Personen Drähte gespannt worden, die Mountainbiker hätten schwer gefährden und verletzen können. 

Stock stellt klar, dass bei aller Kritik an den „Kampfradlern“ solche Methoden nicht zu tolerieren seien. „Aber so kann es nicht weitergehen“, sagt Stock und freut sich, dass die RSG ihm auf sein Schreiben hin inzwischen immerhin ein klärendes Gespräch angeboten habe: „Hoffen wir, dass es zu einer Lösung beiträgt.“

Schembecker: Deeskalation notwendig

„Die derzeitige Nutzung des Waldes ist für alle Nutzer unbefriedigend“, sagt Franz-Josef Schembecker und möchte trotz aller Kritik deeskalierend wirken. Viele der Mountainbiker „fahren, wo sie gerade Lust haben, und schaffen so ständig neue Wege“. Etwa 80 Prozent der von den Bikern befahrenen Strecke seien vor etwa 20 Jahren als Laufwege markiert worden – für gemeinsame Nutzung von Fußgängern und Fahrradsportlern viel zu schmale Wege, findet der Warendorfer. Es komme immer wieder zu waghalsigen Ausweichmanövern und Beinahe-Unfällen.

Schembecker: „Es müsste doch möglich sein, dass sich die Beteiligten, Forstamt, Besitzer, Stadt und Fahrer, zusammensetzen, um eine gemeinsame Lösung zu finden, mit der alle Nutzer gut leben können.“

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