Kopfarbeit mit Beton und Worten
Foto: Kleigrewe
Auf unterschiedliche Weise sind Elke und Hans-Hermann Beier kreativ, aber gemeinsam haben sie Spaß dran und dokumentieren das jetzt auch in ihrem Buch.
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Beide zusammen haben jetzt ein Buch herausgebracht. Der Titel? „Kopfarbeit“ – was sonst?

Bei der Goldenen Hochzeit vor drei Jahren hätten sie zum ersten Mal über ein Buchprojekt nachgedacht, erinnert sich Hans-Hermann Beier. Sie wollten ihren vier Enkelkindern etwas hinterlassen, mit dem sie sich ein Bild von ihren Großeltern, ihren Ideen und ihrem Leben machen könnten. Aber was sollte es werden? Ein Bildband mit ihren Skulpturen? Eine Textsammlung mit seinen Gedichten und Geschichten? Für beides fehlte den beiden Freckenhorstern die letzte Begeisterung. Also schoben sie den Gedanken erst einmal beiseite, bis ihnen Anfang des Jahres bei einem gemütlichen Essen zu zweit die zündende Idee kam: „Warum bringen wir unsere unterschiedlichen Hobbys nicht zusammen und machen ein gemeinsames Buch daraus?“

Eigentlich naheliegend, denn „schließlich haben wir uns bei unserem kreativen Schaffen immer gegenseitig befruchtet und gegenseitig Mut gemacht“, erzählt Elke Beier. Die 75-Jährige ist gelernte Köchin („Eine nicht ganz freiwillige Berufswahl“), schulte mit 49 Jahren noch um und arbeitete danach als Bezirksleiterin einer Bausparkasse. Auch zu ihren künstlerischen Köpfen kam sie spät. „Ich habe mit Holz gearbeitet, gebatikt und Bilder gemalt“, zählt die Autodidaktin die Stationen ihrer künstlerischen Tätigkeit auf. Aber erst mit den Skulpturen hat sie ihr bevorzugtes kreatives Feld gefunden.

Wer am Haus der Beiers am Hagebuttenweg vorbeifährt, kann schon im Vorgarten entdecken, womit sich die Freckenhorsterin gern und mit Begeisterung befasst. Mal bunt bemalt, mal schlicht lugen ihre Kunstwerke zwischen Blumen und Sträuchern hervor. Und auch in Haus und Garten schauen dem Betrachter an vielen Stellen markante Köpfe entgegen. „Es macht mir Spaß, den Gesichtsausdruck von Menschen, die mir aufgefallen sind, nachzumodellieren“, sagt die 75-Jährige. Das kann die Bedienung eines Restaurants ebenso sein wie der amerikanische Präsident Donald Trump bei einer seiner Wutreden.

Während seine Frau fremde Köpfe entstehen lässt, setzt Hans-Hermann Beier seinen eigenen Kopf ein, um Texte und Geschichten zu erschaffen. Schon als junger Mann hat der heute 76-Jährige Gedichte geschrieben, und auch während seiner beruflichen Tätigkeit als Sozialarbeiter und später als Leiter des Kreisjugendamts in Warendorf hielt er Gedanken und Erlebnisse gern in Versform oder in Prosa fest.

Die Palette seiner Werke reicht vom flotten Vierzeiler bis zu Kurzgeschichten. „Ich schreibe gern kleine Albernheiten“, gibt er mit einem Schmunzeln zu und denkt da wohl vor allem an seine Geschichten „von der Drömmelbank“, in denen er unter anderem vom Treffen mit einem schon leicht angesäuselten Weihnachtsmann auf dem Stiftsmarkt, der Bedeutung der Leertaste und des Lochs für einen Autor und Geburtstagsgeschenke in der Nachbarschaft berichtet. Aber auch ernste Themen nimmt Hans-Hermann Beier in seinen Texten auf. So zum Beispiel die Begegnung mit einer suizidgefährdeten Frau oder Erlebnisse während einer Reise nach Kenia.

Für ihr gemeinsames Buch haben die Beiers auf 161 Seiten Skulpturen und Texte zu einem kreativen Ganzen zusammengefügt. Ein „Ausdruck von ständiger Kommunikation von zwei Partnern, die es in ihrer langjährigen Ehe geschafft haben, einerseits ihre eigenen Hobbys weiterzuentwickeln und andererseits mit Freude an dem Schaffen des anderen – begleitend, fragend – teilgenommen zu haben“, wie sie selbst in ihrem Nachwort schreiben.

Weitere Informationen und Kostproben zur Arbeit und zum Buch von Elke und Hans-Hermann Beier gibt es auf der Homepage www.kopfarbeiten.de. Über diese Seite können Interessierte das Buch auch bestellen. Wer diesen Weg wählt, kann auch gleichzeitig etwas Gutes tun. Wird bei der Bestellung der Vermerk „Kleiner Prinz“ gemacht, gehen – unter Angabe des Spendernamens – fünf Euro des Verkaufspreises als Spende an die Warendorfer Kinderhilfsaktion. Ansonsten ist das Buch „Kopfarbeit“ auch im Buchhandel (ISBN 978-3-946307-21-1) erhältlich. Der Preis beträgt 17,50 Euro.

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