Kreative Ideen entstehen meist in der Nacht
Bild: Baumjohann
Ein breites Spektrum seiner Werke stellt Dr. Winfried Totzek derzeit im Garten der Galerie des Heinrich-Friedrich-Museums an der Oststraße 21 aus.
Bild: Baumjohann

Dem Eichenholz ist Totzek nicht lange treu geblieben. „Meine Geduld und Holz passten nicht zusammen“, bekennt der Warendorfer mit Blick auf die bei der Holzbearbeitung immer wieder notwendigen (Zwangs-)pausen, wenn beispielsweise der Leim abbinden muss. So ist Edelstahl das Material geworden, mit dem der Warendorfer Bildhauer seit Jahrzehnten arbeitet, auch wenn er immer noch Mooreiche einsetzt.

 Eine Auswahl seiner Werke ist noch bis Ende des Jahres im Garten der Galerie des Heinrich-Friedrich-Museums an der Oststraße 21 zu sehen. Parallel dazu zeigt Karina Kremers-Jeggle in den Galerie-Räumen ihre Ausstellung „Zeitreise“. „Papperlapapp“ lautet der Titel der Skulpturen-Schau in der Galerie. „Rosemarie Friederichs hatte mich gefragt, ob ich ausstellen wollte“, blickt der Warendorfer Künstler zurück auf die Entstehungsgeschichte der Ausstellung, bei der er ein breites Spektrum seiner Werke zeigt. Vom Tisch mit den individuell gestalteten Stühlen auf der Terrasse über eine Variation seiner Justitia-Skulptur und einem Dreirad in Gänseform bis hin zu Werken wie „Das kurze Leben Jesu“, „Die Kirche und die öffentliche Hand, der Kardinalfehler“ reicht die Palette der ausgestellten Werke.

 Am Sonntag hatte Dr. Totzek zu einem „kontemplativen Dialog über Gott und die Welt“ in den Garten der Galerie eingeladen. Im Gespräch mit Kunstfreunden, die der Einladung gefolgt waren, gab der Warendorfer Gedanken preis, die er sich bei der Schaffung seiner Kunstwerke gemacht hatte. So lenkte er den Blick der Teilnehmer auf kleine Details, die den Betrachtern sonst möglicherweise entgangen wären. Dr. Totzek gab zudem Einblicke in seinen Schaffensprozess: „Die Ideen kommen nachts mehr als tagsüber“, bekennt er und erzählt, wie die Gans-Skulpturen aus vielen kleinen Teilen geschweißt werden. „Die Gans ist für mich ein Tier, das mich biologisch reizt.“ So findet sich der Vogel nicht nur als Skulptur, sondern auch am Griff und als Korpus eines Rollators wieder.

Die Galerie des Heinrich Friederichs Museum an der Oststraße 21 ist mittwochs und sonntags von 15 Uhr bis 18 Uhr sowie an allen Adventssamstagen geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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