Kretschmer-Besuch bleibt im Gespräch
Bild: Gabi Wild
Die Fans auf dem Warendorfer Marktplatz waren begeistert beim Besuch von Guido Maria Kretschmer am 5. Juli in seiner Heimatstadt. Dass für den Empfang die gesamte Außengastronomie abgebaut werden musste, um Platz für die Massen zu schaffen, ist  für die Wirte rund um den Marktplatz aber nach wie vor nicht nachzuvollziehen.
Bild: Gabi Wild

Wer „GMK“ persönlich erlebt hat, war von seinem lockeren und doch bescheidenen Auftreten gefangen, kann nicht verstehen, warum ein solch umgänglicher Mensch, eine wandelnde Charme-Offensive, polarisieren sollte.

Sowohl der 53-jährige Stardesigner selbst als auch sein Mann Frank Mutters (62) äußerten gegenüber den Medien ihr Bedauern, dass es im Zusammenhang mit ihrem Besuch Ärger bei den Gastronomen gegeben habe. Beide zeigten aber auch Verständnis für die Maßnahmen, die im Rahmen des Sicherheitskonzepts ergriffen wurden.

Das völlig ohne Star-Allüren auftretende Promi-Paar ist denn auch nicht im Fokus der Kritiker, sondern der Bürgermeister. Insbesondere die angeordnete Kompletträumung des Marktplatzes von der Außengastronomie wird von den Wirten auch im Nachhinein als überzogen eingeordnet.

Wirte halten Kritik aufrecht

Sowohl Toni Pisanelli („In Mezzo“) als auch Halil Basaran („Café Extrablatt“) sind überzeugt, dass es mit gutem Willen von beiden Seiten einen Kompromiss hätte geben können. Zumindest im südlichen Bereich des Markts hätte die Bestuhlung stehenbleiben können, sagen sie. Aber eine ergebnisoffene Kommunikation vor der Anordnung habe nicht stattgefunden.

Peter Grewer fühlt sich doppelt benachteiligt. Nicht nur, dass der Straßenraum vor seiner „Minibar“ für die Zuschauer eigentlich gar nicht gebraucht wurde, erzürnt ihn. Durch die Absperrgitter sei sein Café auch praktisch nicht erreichbar gewesen. „Ich habe erhebliche geschäftliche Einbußen, und es ist ja nicht die letzte Veranstaltung, bei der wir alles abräumen müssen.“ Das könne sich auf Dauer kein Gastronom leisten, spricht er auch für seine Mitbewerber.

Linke verteidigt sein Handeln. Seine Leute hätten auf Anraten der eigens engagierten Sicherheitsfirma die Maßnahmen angeordnet, und er stehe dazu. „Schließlich bin ich in der Verantwortung, muss vorher entscheiden. Im Nachhinein weiß man vieles besser, aber beim Thema Sicherheit gehe ich keine Kompromisse ein“. Es hätten weniger, aber auch mehr Leute kommen können. Angesichts der geschätzt 800 Fans hält er alles für richtig – auch am Tag danach.

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